Das große Zittern: Wer folgt Hannover 96 in die 2. Liga?

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Ragnar Klavan (r) will mit Augsburg, Timo Werner mit dem VfB in der Bundesliga bleiben. Foto: Stefan Puchner

Der Absturz von Tabellen-Schlusslicht Hannover 96 in die 2. Liga ist bereits perfekt. Nun geht es um den zweiten Abstiegsplatz und die nervenaufreibende Relegation. Gleich sechs Clubs müssen zittern.

Berlin (dpa) - Drei Spieltage vor dem Saison-Abschluss nimmt der Abstiegskampf so richtig Fahrt auf. Der Sieg der Frankfurter gegen Mainz schiebt das Feld der Kandidaten wieder zusammen. Wer hat die besseren Nerven? Die Situation im Tabellen-Keller der Bundesliga:

FC Augsburg (12. Platz/36 Punkte): Mit drei Siegen in Serie hat sich der FC Augsburg aus der unmittelbaren Gefahrenzone befreit. Zwei Heimspiele hat das Team von Markus Weinzierl noch. Schon am Freitag soll gegen den 1. FC Köln der finale Schritt gemacht werden. "Das Polster von fünf Punkten ist okay, aber wir wollen jetzt zu Hause nachlegen", sagt Abwehrspieler Ragnar Klavan. Den FCA zeichnet im Abstiegskampf wieder einmal Ruhe aus, Drucksituationen meistern Trainer und Mannschaft. Auch Ausfälle werden kompensiert: Verhaegh und Baier verletzten sich in Wolfsburg.

Darmstadt 98 (13./35): Beim Aufsteiger gilt der Fokus ganz dem Derby gegen Eintracht Frankfurt. Im Falle eines Sieges könnten die Südhessen nicht mehr direkt absteigen und wären bei einer Pleite von Werder Bremen gegen Stuttgart sogar vorzeitig gerettet. "Das wird das brisanteste Derby, das es je gegeben hat", kündigt Lilien"-Torwart Christian Mathenia an. Trainer Dirk Schuster glaubt, dass sein Team trotz des jüngsten 1:4 in Köln für die Aufgabe gerüstet ist: "Wir können diese Scharte gegen Frankfurt auswetzen."

1899 Hoffenheim (14./34): Die Niederlage in Mönchengladbach tut weh, wirft die Kraichgauer aber nicht um. "Das ist kein großer Rückschlag für unser Ziel, den Klassenverbleib zu erreichen", sagt TSG-Trainer Julian Nagelsmann. Seine Hochrechnung für den Saisonendspurt: "Wenn wir noch vier Punkte holen, könnten wir in der Liga bleiben. Wir holen aber auch gerne mehr." Damit beginnen will sein Team am kommenden Spieltag gegen Aufsteiger FC Ingolstadt. "Da gilt es, die drei Punkte zu Hause zu behalten", so Innenverteidiger Niklas Süle.

VfB Stuttgart (15./33): Nach dem sechsten sieglosen Spiel in Serie werden Druck und Frust immer größer. Dennoch richtet Sportvorstand Robin Dutt seinen Blick ausschließlich nach vorne. Am nächsten Montag kommt es zum hochbrisanten Duell mit seinem Ex-Club Werder Bremen. Nur zwei Punkte trennen den VfB von den Norddeutschen, die auf dem Relegationsplatz stehen. Trainer Jürgen Kramny hat von Dutt dennoch eine Jobgarantie - auch für die kommende Spielzeit. "Wir vertrauen ihm zu hundert Prozent", sagt der ehemalige Werder-Coach.

Werder Bremen (16./31): Die Woche vor dem ersten von drei Endspielen hat bei Werder Bremen mit einem Laktattest und den Gedanken an die Derby-Niederlage in Hamburg begonnen. "Es wird länger dauern, das zu verdauen", sagt Claudio Pizarro, der im Nord-Derby einen Elfmeter verschoss. Genug Zeit haben die Bremer, denn das Spiel gegen den VfB Stuttgart wird erst am kommenden Montag ausgetragen. Wegen des umstrittenen Termins streiten in Bremen einige Fangruppierungen, ob sie das Spiel boykottieren oder ihr Team unterstützen sollen.

Eintracht Frankfurt (17./30): Der Sieg gegen Mainz 05 hat beim Tabellenvorletzten für Euphorie gesorgt. Plötzlich glauben am Main wieder alle an die Rettung, die mit einem weiteren Erfolg in Darmstadt näherrücken würde. "Wir müssen über den Kampf, die Laufbereitschaft und den Willen kommen", fordert Trainer Niko Kovac. Als Blaupause soll das Fußball-Wunder von 1999 dienen, als die Eintracht mit vier Siegen in den letzten vier Spielen den Sturz in die Zweitklassigkeit abgewendet hatte.

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