Ermittlungsverfahren

Ärger um verschlüsselte Dateien - DFB: Jederzeit kooperiert

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Der DFB hat sich erneut gegen den Verdacht mangelnden Aufklärungswillens in der WM-Affäre gewehrt. Foto: Arne Dedert

Der DFB widerspricht nach dem Ärger um verschlüsselte Dateien den Vorwürfen, er behindere die Aufklärung der WM-Affäre. Ob die nun lesbaren Dokumenten neue Erkenntnisse liefern, ist weiter unklar.

Frankfurt/Main (dpa) - Im Wirbel um verschlüsselte Dateien in der WM-Affäre 2006 hat sich der Deutsche Fußball-Bund erneut mit Macht gegen den Verdacht mangelnden Aufklärungswillens gewehrt.

Der DFB habe "jederzeit umfassend mit der Staatsanwaltschaft und der Steuerfahndung kooperiert", teilte der Verband in einer ausführlichen Stellungnahme mit. Damit reagierte der DFB auf einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" über den angeblichen Unmut bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft, weil der Verband "seine ursprüngliche Kooperationsbereitschaft mit den Ermittlungsbehörden ab Anfang 2016 stark eingeschränkt" habe.

Der DFB widersprach dieser Darstellung und versicherte, die Ermittlungsbehörden hätten "zu keinem Zeitpunkt" Beschwerden formuliert. In der Affäre rund um die WM in Deutschland wird gegen Mitglieder des damaligen Organisationskomitees wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt. Sie hatten eine dubiose Rückzahlung von 6,7 Millionen Euro in der Steuererklärung der WM bewusst falsch deklariert.

Zuvor hatte der DFB für interne Untersuchungen die Wirtschaftskanzlei Freshfields eingeschaltet, die bei ihren Nachforschungen tausende Mails und elektronische Dokumente auch aus der Zentrale des DFB sicherstellte. Der DFB betonte nun erneut, dass im Abschlussbericht auch die verschlüsselte Datei "Komplex Jack Warner" erwähnt worden sei, um die es zuletzt Irritationen gegeben hatte. Auch habe Vizepräsident Rainer Koch die Existenz der Datei im Sportausschuss des Bundestages offen gelegt.

Die Frankfurter Staatsanwälte hatten erst vor kurzem mehrere bislang verschlüsselte Dokumente rund um die Affäre lesbar gemacht. Dem DFB war vorgeworfen worden, den Ermittlern erst jetzt diese Dateien übergeben zu haben. "Tatsächlich war der Staatsanwaltschaft die Existenz der Datei seit vielen Monaten bekannt", hieß es vom DFB. Die Behörde habe den Dokumenten demnach aber keine große Bedeutung beigemessen und nicht gesondert um die Herausgabe der Datei gebeten.

Die Datei war mutmaßlich vom früheren DFB-Generalsekretär Stefan Hans erstellt worden. Gespeichert wurde sie offenbar kurz nach der Razzia der Staatsanwaltschaft beim DFB in einem Ordner namens "Erdbeben" am 12. November 2015. Auch die Schweizer Bundesanwaltschaft zeigte inzwischen Interesse an den Inhalten der Dokumente, die nun von den Frankfurter Ermittlern entschlüsselt wurden. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wie die US-Sicherheitsbehörde FBI im Korruptionsskandal rund um den Fußball-Weltverband FIFA.

Weiter offen ist allerdings, ob die Frankfurter Staatsanwaltschaft überhaupt neue und womöglich wichtige Erkenntnisse zu der Affäre um zahlreiche dubiose Geldflüsse rund um die WM 2006 gewinnen konnte. Allerdings zieht allein die Existenz dieser bislang nicht einsehbaren Dateien die Darstellung des DFB in Zweifel, wonach die WM-Affäre weitgehend aufgeklärt sei. "Der Deutsche Fußball-Bund unterstützt weiterhin vollumfänglich die Arbeit der Staatsanwaltschaft, da der neuen Führung an einer möglichst umfassenden und transparenten Aufklärung gelegen ist", versicherte der DFB nun erneut.

DFB-Mitteilung

Freshfields-Bericht zur WM-Affäre

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