Nationalmannschaft erkämpft in ausverkaufter Rothenbach-Halle einen 26:25-Sieg über Island

Handball-Länderspiel in Kassel: „Die Stimmung war sensationell“

Unwiderstehlich: Der deutsche Kapitän Steffen Weinhold findet die Lücke und kommt gegen Vignir Svavarsson (links) und Bjarki Mar Gunnarsson zum erfolgreichen Abschluss. Fotos: Fischer

Kassel. Es war zwar nur ein Testspiel vor der Europameisterschaft - aber Kassel hat am Samstagnachmittag eine Handball-Party erlebt. 4300 Zuschauer in der ausverkauften Rothenbach-Halle feierten den 26:25 (15:13)-Erfolg der deutschen Nationalmannschaft über die Vertretung Islands.

Der Pass zum Nebenmann ist für Steffen Fäth keine wirkliche Option. Zu viele Spieler in blauen Trikots haben sich bereits in Richtung des deutschen Kapitäns Steffen Weinhold bewegt. Also spielt der Rückraumschütze der Handball-Nationalmannschaft den Ball kurzerhand diagonal zum Rechtsaußen Johannes Sellin – und der Linkshänder von der MT Melsungen nutzt diese Chance an diesem Nachmittag eiskalt. Sellins einziger Treffer 75 Sekunden vor Schluss (siehe auch Artikel auf dieser Seite) beschert der DHB-Auswahl einen umjubelten 26:25 (15:13)-Sieg im vorletzten EM-Testspiel gegen die Vertretung Islands.

Die Nordeuropäer hatten zwar danach in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle noch genügend Zeit für einen weiteren Treffer, die deutsche Abwehrreihe ließ – getragen von 4300 begeisterten Zuschauern – jedoch keinen erfolgreichen Abschluss der Gäste mehr zu. „Deutschland, Deutschland“ skandierten die Anhänger auf der Stehtribüne, bis auch die letzten Bemühungen der Isländer verpufft waren und die Schlusssirene ertönt war.

Eine Bilanz der 60 packenden Minuten:

Die Durchschlagskraft

Attraktiv und effektiv – diese beiden Adjektive beschreiben am besten, wie sich der Angriff des Weltmeisters von 2007 an der Fulda über weite Strecken präsentierte. „Wir haben sicher noch Luft nach oben, aber wir haben den Ball schon gut laufen lassen“, stellte Weinhold zufrieden fest. Mit dem Ergebnis, dass Christian Dissinger und Fäth alle Kraft aus ihren Wurfarmen herausholten, um aus der Distanz zu treffen.

„Wir haben in den ersten 20 Minuten schnell und gut nach vorn gespielt“, lobte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Oft wurde dabei aber auch sehenswert der Weg über den Kreis gesucht – der 24-jährige Hendrik Pekeler von den Rhein-Neckar Löwen schloss gekonnt ab.

Die Abwehrmaschinerie

Apropos Pekeler. Der Hüne prägte überhaupt das Geschehen auf dem Parkett der Messehalle. Als vorgezogener Verteidiger hielt er den Kontrahenten immer wieder geschickt vom Kasten entfernt. Das gab seinen Mitstreitern Sicherheit. „Deckung und Torwart haben besser zusammengearbeitet als beim Test am vergangenen Dienstag gegen Tunesien“, sagte der erfahrene Schlussmann Carsten Lichtlein. Und Rechtsaußen Tobias Reichmann ergänzte: „Die Abstimmung klappt immer besser.“ In erster Linie der individuellen Klasse von Spielmacher Aron Palmarsson und Alexander Petersson hatten es die Gäste zu verdanken, dass sie den Kontakt nicht vorzeitig abreißen lassen mussten.

Die Stimmungsmacher

Hannibal, das Maskottchen der deutschen Mannschaft, turnte zusammen mit weiteren kostümierten Kollegen mal auf dem Feld herum, mal im Zuschauerraum. Das Ziel: gute Laune im Publikum verbreiten. Dabei hätte es das gar nicht gebraucht. Die Fans nahmen sich genauso wenig Verschnaufpausen wie die Akteure auf dem Feld. „Die Stimmung war sensationell“, resümierte Lichtlein, „das war eine gelungene Veranstaltung.“

Und es war ein Mutmacher für die am kommenden Freitag beginnende EM. Nach dem heutigen Erholungstag, den die Kadermitglieder noch bei ihren Familien verbringen können, treffen sich die Spieler am Dienstag in Berlin. Dann wird festgelegt, welche 16 Handballer nach Polen reisen werden.

Handball-Länderspiel in Kassel: Deutschland gegen Island

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