Die Winterspiele-Kandidaten 2022 Almaty und Peking

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In Almaty hofft man auf den Zuschlag. Foto: Fazry Ismail

Kuala Lumpur (dpa) - Wer wird olympische Winterspielestadt 2022? Almaty oder Peking? Die Stadt in Kasachstan gilt bei der Wahl am Freitag beim Kongress des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Kuala Lumpur als Außenseiter, hat aber viel zu bieten.

Der Favorit Peking kann die große organisatorische Erfahrung in die Waagschale werfen: Die Hauptstadt Chinas war 2008 schon Schauplatz der Sommerspiele und ist im August Austragungsort der Leichtathletik-Weltmeisterschaften.

WAS FÜR ALMATY SPRICHT: Das Konzept kompakter Winterspiele. Alle Wettkampfstätten liegen danach vom Olympischen Dorf aus in einem Radius von nur 30 Kilometern - auch die alpinen Pisten. Gegenwärtig sind bereits 70 Prozent der Sportanlagen fertig, bis zur Winter- Universiade 2017 in Almaty soll die Zahl auf 80 Prozent steigen. Hohe Baukosten extra für Olympia sollen deshalb nicht anfallen, womit eine wichtige Empfehlung der Agenda 2020 des IOC entsprochen wird. Im naheliegenden Thien-Shan-Gebirge gibt es zudem reichlich Schneefall.

WAS GEGEN ALMATY SPRICHT: Für Almaty ist es die zweite Bewerbung. Im ersten Anlauf für die Winterspiele 2014 scheiterte die 1,6 Millionen Einwohner große Stadt schon in der Vorauswahl. Dem Steppenstaat in Zentralasien werden Geldprobleme wegen des Verfalls des Ölpreises nachgesagt. Betroffen ist das im Wirtschaftsverbund mit Russland befindliche Kasachstan auch von der Talfahrt des russischen Rubels. Kritik gab es immer wieder wegen Menschenrechtsverletzungen.

WAS FÜR PEKING SPRICHT: Chinas Metropole war 2008 schon Gastgeber der Olympischen Sommerspiele und wird im August Schauplatz der Leichtathletik-WM sein. Damit kann Peking enorme Erfahrung im Organisieren von Großveranstaltungen vorweisen. Für die Winterspiele 2022 sollen sechs Wettkampfstätten genutzt werden, die für 2008 gebaut wurden. Eröffnungs- und Schlussfeier sind im "Vogelnest" vorgesehen. Peking ist ein sportpolitisches Schwergewicht.

WAS GEGEN PEKING SPRICHT: Die Wege zu den Ski-Wettbewerben Yanking (alpin) und ins 190 Kilometer entfernte Zhanjiakou, wo Biathlon oder die nordischen Disziplinen ausgetragen werden sollen, sind zeitraubend. Bisher dauert die Autofahrt dorthin etwa vier Stunden. Ein Schnellzug soll die Fahrtzeit auf 70 Minuten reduzieren, erfordert aber ebenso wie die Entwicklung eines Wintersportgebiets für 300 Millionen Menschen einen Milliarden-Euro-Aufwand. Die Schaffung eines solchen Ressorts wird ohne Eingriffe in die Natur nicht möglich sein. Und es gibt noch ein Manko: Ausgiebiger Schneefall ist selten, Kunstschnee notwendig. Wie auch Kasachstan ist es auch in China um die Menschenrechte nicht gut bestellt.

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