DOSB-Boss traut Niersbach Rolle als FIFA-Präsident zu

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Alfons Hörmann ist der Präsident des DOSB. Foto: Christoph Schmidt

Wolfgang Niersbach als FIFA-Präsident? Deutschlands Sportschef Alfons Hörmann beantwortet das "mit einem Ja und einem Ausrufezeichen". Die Affären geplagte FIFA sollte sich ein gutes Beispiel an der olympischen Familie nehmen.

Berlin (dpa) - Wolfgang Niersbach wäre nach Ansicht des Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, ein geeigneter Präsident des Weltfußballverbands FIFA.

"Ob er das könnte und die Fähigkeiten dazu hat, diese Frage kann man klar und messerscharf mit einem Ja und einem Ausrufezeichen versehen", sagte Hörmann der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der von Skandalen gebeutelten FIFA empfahl er, sich "ein gutes Beispiel" am Internationalen Olympischen Komitee (IOC) zu nehmen. "Am IOC kann man wunderschön erkennen, wie man die Themen regeln kann [...], um wieder Glaubwürdigkeit zu erlangen."

Mit einem umfassenden Reformpaket will das IOC künftig Bewerbungskosten für Olympische Spiele senken und die Transparenz erhöhen. "Alles, was mit den Regeln der Transparenz zu tun hat, wird nach meinem Verständnis im IOC-Bereich mustergültig gelebt", sagte Hörmann. "Aber solche Dinge kann man nicht als Blaupause lösen, sondern müsste mit einem schlagkräftigen den eigenen Weg gehen."

Vieles stehe und falle sicher mit der Frage, wer der Nachfolger von FIFA-Chef Joseph Blatter werde. Er habe keinerlei Zweifel, dass Niersbach als Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) alle Voraussetzungen mitbringe. "Ob er es denn auch tun sollte und tun will, das kann nur einer entscheiden, nämlich der Betroffene selbst", sagte Hörmann. "Da möchte und werde ich keine Ratschläge geben."

Auf die Frage, ob er sich das Präsidentenamt vorstellen könne, hatte Niersbach jüngst geantwortet, dass seine Priorität der deutsche Fußball sei. "Da brauche ich die Position nicht zu ändern."

Blatter hatte vor mehr als einer Woche seinen Rücktritt von Chefposten der FIFA angekündigt. Der Weltverband befindet sich in einer akuten Krise, gegen zahlreiche Funktionäre wird wegen Korruptionsvorwürfen ermittelt. Bis zu seinem Rücktritt, der auf einem außerordentlichen Kongress in einigen Monaten erfolgen soll, will Blatter noch Reformen auf den Weg bringen.

"Ich bin in dem Punkt gespannt, wie eine Neuaufstellung erfolgen soll, weil sie ja nur mit einer mehrheitlichen Zustimmung der Mitglieder erfolgen kann", sagte Hörmann. "Wenn du einmal in diesem System gefangen bist, brutal formuliert, dann kommst du da nicht mehr raus."

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