Kassel. Freitagabend, 19.30 Uhr. Eishockeyzeit in Kassel. Auch am Freitag wieder. Die Huskies empfangen die Panther. Es wird ihr letztes Heimspiel sein in dieser Saison.
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Es wird das letzte Heimspiel sein für den scheidenden Trainer Stéphane Richer. Über allem aber schwebt drohend die Frage: Wird es vielleicht das letzte Heimspiel einer Kasseler Mannschaft in der Deutschen Eishockey-Liga sein? Wird es ein tränenreicher Abschied werden von den Huskies?
Das drohende Gewitterwolken-Wort, das über diesem Abend liegt, heißt Insolvenz. Den Huskies droht finanziell und damit sportlich das Aus. Auch am Donnerstag, einen Tag vor dem als Stichtag genannten Freitag, 19. März, gab es noch keine Neuigkeiten.
Hinter den Kulissen wurden am Mittwoch und Donnerstag praktisch rund um die Uhr Gespräche geführt. Ziel: doch noch einen Weg zu finden, die Übergabe vom derzeitigen Geschäftsführer Rainer Lippe an den Bad Hersfelder Unternehmer Dennis Rossing möglich zu machen.
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Fest scheint zu stehen: Der Funke Hoffnung glimmt noch. Hans-Uwe Schultze - der Kasseler Architekt ist Planer der Multifunktionshalle und rechte Hand Rossings bei den Verhandlungen - erklärt zumindest: „Für die Kürze der Zeit sind die Rückläufe der Sponsoren sehr positiv.“ Gemeint sind die Reaktionen auf den Bittbrief Rossings bei der finanziellen Rettungsaktion.
Auch bei der Mannschaft, die weiter auf eineinhalb Monatsgehälter wartet, herrscht noch immer Hoffnung, dass Rossing die Wende bringen wird. „Noch gibt es positive Signale“, heißt es aus Spielerkreisen.
Sicher ist jedenfalls: Eine Entscheidung über die Zukunft des Eishockeys wird heute fallen - so oder so! Auf unserer Homepage werden wir Sie heute sofort informieren, wenn es Neuigkeiten gibt.
Die Zitterpartie also geht weiter. Und so bleibt der Blick auf ein Spiel ohne sportliche Bedeutung. Ein Spiel, das für einen der Beteiligten trotzdem eine größere Bedeutung hat.
Trainer Stéphane Richer wird nach über vier Jahren letztmals an der Bande der Huskies stehen. Sein Abschied Richtung Hamburg steht seit langem fest. Richer wird dieser letzte Auftritt nicht leicht fallen. „Wir bereiten uns vor, wie auf jedes Spiel. Aber die letzten Minuten werden sicher sehr emotional sein“, sagt er. Und natürlich wünscht er sich: „Ich möchte Kassel unbedingt mit einem Sieg verlassen.“
Erschwert wird ihm das allerdings von erheblichen Personalproblemen. Die Gastgeber müssen heute mit fünf Verteidigern und neun Stürmern auskommen. Neben den Langzeitverletzten Schmidt und Taillaire fallen auch die gesperrten Sleigher und Bisaillon aus. Dazu fehlen Holzmann (Rippenbruch) und Christ (Gehirnerschütterung).
Am Sonntag (14.30 Uhr) reisen die Huskies zum letzten Saisonspiel nach Krefeld - und treffen auf einen Leidensgenossen. Wie am Donnerstag bekannt wurde, haben auch die Pinguine große Finanzprobleme.
Gesellschaftssprecher Wilfrid Fabel erklärte, dass der Klub bis Ende April 500 000 Euro zusammen bekommen muss, um die Lizenz für die nächste Saison beantragen zu können. Eine Geschichte, die den Huskies irgendwie bekannt vorkommt.
Von Frank Ziemke
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