Dortmund. Nun hat es sie erwischt: Ausgerechnet im Spitzenspiel der Eishockey-Oberliga West kassierten die Kassel Huskies die erste Niederlage der Saison. Beim Tabellenführer EHC Dortmund verlor der Aufsteiger deutlich und verdient mit 1:5 (0:1, 1:2, 0:2).
Die Mannschaft von Jamie Bartman präsentierte sich in der Offensive wenig durchschlagskräftig und in der Defensive mit zu vielen Patzern. Entscheidender Spieler vor 1326 Zuschauern war Branislav Pohanka, der von den Huskies nie zu halten war und drei Treffer erzielte.
Dagegen blieb Kassels Goalgetter Manuel Klinge diesmal ohne Erfolg. Adam Ondraschek hütete das Tor der Huskies - und konnte sich von Beginn an über einen Mangel an Arbeit nicht beklagen. Der Spitzenreiter machte Druck. Dortmund war meist einen Tick schneller und zielstrebiger, hatte auch die besseren Chancen. Ondraschek aber war auf dem Posten. Er entschärfte den Schuss von Branislav Pohanka (7.) ebenso wie die Schusschance von Ryan Martens bei doppelter Unterzahl (12.).
Das Glück stand den Kasselern allerdings auch zweimal zur Seite: In der 15. Minute traf Christoph Koziol die Latte, in der 25. Minute der Pohanka bei einem Konter den Pfosten. Beim Führungstreffer zum 1:0 (19.) aber wurde Ondraschek unglücklich erwischt. Pohankas Schuss fälschte Verteidiger Nils Hilgenberg ab, der Puck trudelte so über den Handschuh des Huskies-Goalies ins Tor.
Pech war das, aber keine Frage - auch verdient. Denn die Kasseler kamen weiter irgendwie nicht richtig ins Spiel, leisteten sich Fehler in der Defensive wie im Aufbauspiel und waren immer wieder anfällig gegen Konter der Gastgeber. Auf diese Art fiel auch der zweite Dortmunder Treffer. Semen Glusanok kam bei einem Schussversuch zu spät zum Puck, Pohanka zog über den rechten Flügel davon und ließ Ondraschek mit einem satten Schuss keine Chance. Das war in der 28. Minute das 2:1. Schade, denn Durchgang zwei hatte für die Huskies eigentlich perfekt begonnen. 43 Sekunden waren gespielt, da erzielte Michi Christ im Nachschuss den Ausgleich, nachdem Petr Sikora im ersten Versuch noch an Torhüter Benjamin Finkenrath gescheitert war.
Druckvoller wurde das Spiel der Kasseler aber erst nach dem 1:2. Da geriet das Gehäuse der Gastgeber häufiger in Gefahr. Vor allem Alexander Heinrich hatte zweimal die Möglichkeit zum Ausgleich (35.und 38.), scheiterte jedoch am Dortmunder Schlussmann. Auch die Pucks, die Finkenrath einige Male nach vorn abprallen ließ, wurden von den Huskies nicht verwertet.
So kam was irgendwie kommen musste: Die Gastgeber erhöhten noch vor der zweiten Pause auf 3:1. Der Torschütze? Natürlich Branislav Pohanka - allerdings wieder unter Mithilfe der Huskies. "Einfach zu viele individuelle Fehler", bemängelte dann auch Kassels Sportlicher Leiter Daniel Lammel. Die lange stürmische Unterstützung der rund 500 Huskies-Anhänger ("Ohne Kassel wär' hier gar nichts los") wurde so auch merklich ruhiger.
Und als Christoph Koziol in der 45. Minute mit dem Treffer zum 4:1 endgültig für die Entscheidung sorgte, da hallten stattdessen "Spitzenreiter, Spitzenreiter"-Rufe durch das Eisstadion an der Westfalenhalle, die nach Sebastian Eickmanns 5:1 (55.) noch lauter wurden. Am Ende aber, da machten beide Fanlager sogar gemeinsam die Welle, feierten sich und die Mannschaften. Das war vielleicht ein kleiner Trost für die Huskies, die nun wissen: Diese Dortmunder von Platz eins der Oberliga zu verdrängen, das wird ein ganz schweres Unterfangen.
Z: 1326, Tore: 1:0 (18:38) Pohanka (Kreuzmann, Schmerda), 1:1 (20:43) Christ (Sikora, Valenti), 2:1 (27:48) Pohanka, 3:1 (38:35) Pohanka (Schmerda, Stähle), 4:1 (45:07) Koziol (Michl, Neumann), 5:1 (54:02) Eickmann (Petrozza). Strafminuten: Dortmund 2 - Kassel 10.
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