2003.08.1003.08.10|Kassel Huskies|4 Kommentare
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Kassel. Unzerkratzt liegt das eisglatte Oval da. Nebelschwaden steigen auf. Wie eine Sommerwiese kurz nach dem Sonnenaufgang wirkt die Kasseler Eissporthalle um kurz vor halb elf an diesem Morgen. Ein wenig unwirklich, vor allem aber einladend.
Und diese Einladung lassen sich 21 Männer nicht entgehen. 21 austrainierte Akteure, energiegeladen und voller Vorfreude. Wie ein Rudel junger Hunde läuft die Meute nach und nach auf das Eis. Hungrig nach Tempo. Hungrig nach Bewegung. Hungrig auf Sport. Ausgelassen tollt die Meute mit Puck und Schläger herum. Es ist Trainingsauftakt bei den Kassel Huskies.
Diese ersten Minuten auf dem Eis sprechen für sich: Endlich geht es wieder um Eishockey. Endlich wieder um das, wofür die Schlittenhunde eigentlich stehen: die schnelle Jagd nach dem Puck. Und nicht für den Rechtsstreit mit der Deutschen Eishockey-Liga.
Mit lauter Stimme und einer kleinen Trillerpfeife am Handschuh dirigiert er seine Schützlinge über das Eis. Nach dem ersten Austoben stehen leichte Übungen auf dem Programm. „Lernt eure Stimmen kennen, eure Bewegungen, eure Laufwege“, gibt der Kanadier die Marschroute vor. Denn genau darum geht es an diesen ersten Tagen. Sich finden, kennenlernen, einspielen. Und mal wieder ein Gespür fürs Eis bekommen. „Fühlt sich gut an“, sagt Nationalspieler Manuel Klinge nach den ersten Schritten. „Noch ist’s ungewohnt, aber das Gefühl kommt schnell wieder“, weiß Boisvert. Und Neuzugang Ryan Caldwell schickt noch schnell vorweg, bevor er das Eis betritt: „Schaut bloß nicht so genau hin, ich bin schon eine ganze Weile nicht mehr gelaufen.“
Das ist auch gut so. Denn nach anderthalb Stunden Skaten und Toreschießen sind die Spieler sichtlich mitgenommen. „Ich kann kaum noch sprechen“, japst Derek Dinger und wischt sich mit dem schweißgetränkten Handtuch durchs Gesicht. Doch sein Grinsen spricht für sich. Er ist ganz in seinem Element. Und da gehört eben dazu, richtig Gas zu geben. Am Mittelkreis sinken sie aufs Eis. Dehnen sich. Holen Luft. Dann entlässt Fedorchuk sie in die Kabine. Zeit zum Duschen, Mittagessen. Und Kennenlernen. Auch abseits des Eises.
Von Michaela Streuff
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