Kassel. Im Hessenderby zwischen den Kassel Huskies und den Löwen Frankfurt haben die Fans heute gleich elf Tore zu sehen bekommen. In der Kasseler Eissporthalle besiegten die Schlittenhunde den Erzrivalen aus Südhessen mit 7:4.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Es ist der Festtag der Kasseler Eishockey-Familie schlechthin. Das Derby gegen Frankfurt. Das Duell, das über allem steht. In dem alles passiert kann – und in dem auch schon das Unmöglichste geschehen ist. Diesmal aber war es keine Eishockey-Schlacht. Nein, das Derby war über 30 Minuten nicht einmal ein Duell auf Augenhöhe. „Ihr seid so schlecht, das macht keinen Spaß“, höhnten die Fans der Huskies über „zahnlose Löwen“. Doch der Weg war dann doch weit, ehe im ausverkauften Karree beim 7:4 (4:2, 2:0, 1:2) der höchste Derbysieg der Geschichte gefeiert werden konnte.
Dabei brauchten die Fans lediglich 100 Sekunden auf das erste Ramalamadingdong warten. Dann zog Alex Heinrich auf der rechten Seite davon, kurvte zum kurzen Torpfosten und erzielte das erlösende 1:0. Und drei Minuten später erhöhte Manuel Klinge auf 2:0. Auch er kam über Rechts und knallte den Puck aus vollen Lauf vehement unter die Latte, nachdem ihn Torsteher Martin Fous (!) mit einem Steilpass auf die Reise geschickt hatte. Das nur wenige Sekunden nachdem der Zerberus mit einer You-Tube-tauglichen Flugeinlage gegen Barta den Ausgleich verhindert hatte.
Alles klar also, die Weichen waren auf Sieg gestellt. Denn die Huskies waren Chef im Ring, fuhren Schlitten mit den zahnlosen Löwen und hetzten sie in Höllentempo von einer Verlegenheit in die nächste. Sie gewannen die Zweikämpfe, waren präsenter und effektiver, hatten die bessere Struktur, den besseren Torwart und die besseren Antworten parat.
So kassierte Fous zwar durch Schweigers verdeckten Schuss das überraschende 1:2 (11.), aber sofort konterte Klinge mit dem 3:1 - wieder von rechts. Und auch als Seyller zum 2:3 traf (14.), schlug Sven Valenti postwendend zurück. Eben noch vom flinken Frankfurter ausgetanzt, machte er seinen Patzer nach Roedgers Rückpass prompt mit dem Tor zum 4:2 (16.) wett.
Jubel begleitete die Schlittenhunde in die zweite Pause, in der diesmal nicht die Konzentration flöten ging. Zumindest nicht gleich. Denn erneut erwischten die Huskies einen Blitzstart, zeigten perfektes Überzahlspiel bis endlich Klinge freie Bahn hatte. 5:2 – die Halle bebte, weil die Fans in allen Reihen hüpften, doch die Löwen lauerten noch immer auf ihre Chance. Mit bescheidenen spielerischen Mitteln zwar und auch kämpferisch längst nicht so bissig wie einst. Aber die nun doch sorglosen Kasseler benötigten jetzt den überragenden Fous im Kasten, um vorn zu bleiben. Und hatten in Peter Sikora den Schützen zum 6:2 (30.).
Zu passiv waren die Kasseler nun, kassierten nach Althenns Solo (43.) und Bartas Schlagschuss (44.) zwei weitere Gegentore. Ein letztes Mal aber hatte Sven Valenti die passende Antwort - mit einem Knaller zum 7:4 (57.).
Von Gerald Schaumburg
• Tore: 1:0 (1:40) A. Heinrich (Engel), 2:0 (4:08) M. Klinge (Fous), 2:1 (10:20) Schweiger (Seyller), 3:1 (11:58) M. Klinge (E. Grund, Christ), 3:2 (13:55) Seyller (4:4), 4:2 (15:28) Valenti (Roedger, M. Klinge), 5:2 (21:18) M. Klinge (Christ, Sikora), 6:2 (29:28) Sikora (Klinge), 6:3 (42:21) Althenn, 6:4 (43:38) Barta (Seyller), 7:4 (56:54) Valenti (Sikora, Christ)
SR: Lenhart/Kissing (Kassel/Wiehl). Z: 6100 (ausverkauft)
Strafminuten: 2 – 12
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