Kassel. Das Bangen geht weiter, die Zukunft der Kassel Huskies bleibt ungewiss. Am Ende eines turbulenten Freitags mit zahlreichen Gesprächen und intensiven Verhandlungen stand nicht die Meldung von der Rettung des Kasseler Eishockeys, sondern einmal mehr eine erneute Fristverlängerung.
„Wir hoffen, bis zum Montagabend eine juristisch tragfähige Übergabe-Urkunde abschließen zu können“, erklärte Dennis Rossing in der Eissporthalle. Bis dahin, so der Unternehmer aus Bad Hersfeld, werden konkrete Wünsche beider Seiten zum Vertragsinhalt mit dem aktuellen Inhaber Rainer Lippe abgestimmt: „Da gibt es noch Gesprächsbedarf“, erklärte Rossing, der als Multihallen-Investor eine Übernahme der hoch verschuldeten EC Kassel Huskies Sportmanagement GmbH in Aussicht gestellt hat.
Der Grund für die erneute Vertagung der geplanten Übergabe: Der aktuelle Huskies-Eigner Rainer Lippe und sein Anwalt Dr. Andreas Nodoushani sagten einen auf 13.30 Uhr vereinbarten Notariatstermin kurzfristig ab. In einem von Rossings Münchner Anwaltskanzlei und dem auf Insolvenzrecht spezialisierten Kasseler Büro Westhelle aufgesetzten Vertragsentwurf stießen einzelne Klauseln bei Lippe nicht auf die nötige Akzeptanz.
Knackpunkt sind offenbar Vereinbarungen, nach denen Verkäufer Lippe für Verluste haften solle, die über das erwartete Defizit von einer halben Million Euro allein aus dieser Saison hinausgehen, und die möglicherweise erst nach Vertragsabschluss auftreten. Nodoushani war gestern nicht in Kassel, obwohl der Notariatstermin zur Vertragsunterzeichnung bekannt war. Ohne Anwalt jedoch wolle und könne Lippe nicht verhandeln, hieß es aus dem Umfeld des Huskies-Eigners.
Die Huskies haben in der Ära Lippe einen Schuldenberg in offenbar siebenstelliger Höhe angehäuft, der allerdings durch Landesbürgschaften gedeckt wird. Rossing wolle die GmbH mit Schulden für einen Euro übernehmen, sei aber zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit, hieß es noch am Nachmittag. Lippe und Rossing beteuerten am Abend aber: „Wir haben beide dasselbe Ziel, und wir sind ganz zuversichtlich.“ Schon am heutigen Samstag werde weiter verhandelt – „in ganz engem, ständigem Kontakt“. Und, am Sonntag könne man sich ja erneut treffen, wie Lippe angeboten haben soll. Dazu hat sich Oberbürgermeister Bertram Hilgen als Vermittler angeboten.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
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