Köln/Kassel. Die Kassel Huskies haben erneut gegen die DEL vor dem Landgericht Köln gewonnen. Damit ist klar, dass sie vorerst in der DEL spielen werden.

Videobeschreibung (+Laufzeit oder Datum siehe Original).
Das Urteil des Landsgerichts Köln wurde vor wenigen Minuten veröffentlicht. Es bestätigt zwei einstweilige Verfügungen des Gerichts, wonach der Rauswurf der Huskies und die Verweigerung der Lizenz durch die DEL rechtswidrig waren.
In dem Urteil heißt es unter anderem wörtlich: "Die außerordentliche Kündigung des Lizenzvertrages ist unwirksam, die Verweigerung der Bestätigung des Lizenzvertrages durch den Aufsichtsrat der Beklagten war rechtswidrig. Dementsprechend darf der Spielplan für die Saison 2010/2011 nicht ohne Berücksichtigung der Verfügungsklägerin (Kassel Huskies) durchgeführt werden (...)"
Huskies-Geschäftsführer Dr. Fritz Westhelle sagte in einer ersten Stellungnahme: "Es war doch klar, dass wir siegen. Vor ordentlichen Gerichten gewinnen wir." Damit stehe fest: "Wir werden spielen."
Theoretisch könnte die Teilnahme der Huskies am Spielbetrieb nun noch das Oberlandesgericht Köln verhindern. Dort wird voraussichtlich eine Verhandlung am 26. August stattfinden. Die DEL wird vor diesem Gericht in Berufung gehen.
Westhelle ist aber optimistisch: "Auch dort werden wir siegen." Das Oberlandesgericht habe in der Vergangenheit bereits entschieden, dass einem Club, der so gut wie saniert sei, eine Lizenz nicht verweigert werden dürfe.
DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke sagte uns nach dem Urteil des Kölner Landgerichts: "Stand heute ist: Die Kassel Huskies werden spielen." Allerdings, so Tripcke, versuche die DEL, das noch zu verhindern. Darum werde man gegen das Urteil des Landgerichts Köln auch Berufung einlegen. Man hoffe, dass diese Berufung am 26. August vor dem Oberlandesgericht Köln noch vor Beginn der Saison verhandelt werden könne.
Außerdem gebe es noch das Verfahren vor dem Oberlandesgericht München, das entscheiden müsse, ob das Urteil des DEL-Schiedgerichts rechtens war oder nicht. Dieses hatte den Huskies die Lizenz verweigert. Die Huskies argumentieren vor dem Oberlandesgericht München unter anderem damit, dass das DEL-Gericht nicht korrekt zusammengesetzt war - schon deshalb sei das Urteil nichtig. Einen Termin, wann das Oberlandesgericht München tagen wird, gibt es noch nicht.
Auf die Frage, was passiere, wenn die Huskies vor beiden Oberlandesgerichten siegen würden, sagte Tripcke, dass dies gewaltige Auswirkungen auch auf andere Verbände hätte. Dann wäre klar, dass nicht die eigenen Schiedsgerichte der jeweiligen Organisationen, sondern ordentliche Gerichte das Sagen hätten.
Dann müsste nicht nur die DEL ihre Satzungen ändern, sondern dies träfe auch andere Sportverbände. Einen Kompromiss zwischen den Huskies und der DEL werde es nicht geben, sagte Tripcke. Die DEL werde die Sache vor Gericht durchziehen. Tripcke: "Auch wenn es viel Geld kostet." (tho)
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