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Keine Lizenz für EHC München

Deutsche Eishockey-Liga lässt Zweitliga-Meister abblitzen und steht vor Schrumpfungsprozess

Keine Lizenz für EHC München

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KASSEL/MÜNCHEN. Die kaufmännischen und juristischen Probleme in der Deutschen Eishockey-Liga weiten sich aus: Nun erwägt offenbar auch Zweitliga-Meister EHC München rechtliche Schritte gegen die Liga-Verwaltung, nachdem ihm aus wirtschaftlichen Gründen der Aufstieg ins Oberhaus verwehrt wurde.

Trotz einer Fristverlängerung von sechs Werktagen über den 30. April hinaus, so erklärte die DEL, habe der Klub nur unvollständige Bewerbungsunterlagen für die Saison 2010/11 eingereicht. „Die Zeit war abgelaufen, da gab es keinen Spielraum mehr“, begründete DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke die Entscheidung der Gesellschafter. Vor allem die Sicherheitsleistung von 816 000 Euro - das Lizenzgebühr genannte „Eintrittsgeld“ - für die Übernahme eines DEL-Geschäftsanteils sei nicht erbracht worden. Genau diese zwingende Voraussetzung für die Lizenzerteilung aber hätten sie erfüllt, betonen die Münchner.

Es bleibt also bei 15 Klubs in der DEL. Zunächst. Denn das Verhalten im Fall München passt zum Bemühen um den Ausschluss der Kassel Huskies und offenkundigen, aber nicht offiziell bestätigten Bestrebungen vor allem der Großstadt-Klubs, die Liga einem gravierenden Schrumpfungsprozess zu unterziehen. Tripcke will keine strategische Diskussion anstoßen, sagt aber lapidar auch: „Wenn wir 12 Teams sind, sind wir 12. Wenn wir 16 sind, sind wir 16.“ „Bild“ zitiert den DEL-Geschäftsführer am Rande der WM so: „Um der Nationalmannschaft mehr Länderspiele zu gewähren, könnten wir auf einige Dienstag- oder Mittwoch-Spieltage verzichten.“ Das freilich wäre mit 16 oder 15 Klubs in der Liga unmöglich, allenfalls mit 14 oder gar nur zwölf.

Dr. Fritz Westhelle weiß um die Tendenzen zur Großstadt-Liga, die aktuelle Entwicklung spräche aber nicht für oder gegen die Huskies. Der Geschäftsführer der Kasseler fokussiert sich vielmehr auf den kommenden Mittwoch: „Ich denke, dass wir dann unseren Insolvenzplan durchbringen und die Huskies endgültig sanieren. Zugleich“, so erwartet Westhelle, „wird wohl die DEL eine neue Gesellschafter-Versammlung einberufen, um in der übernächsten Woche über unseren Ausschluss abstimmen zu können.“

Dem sieht er offenbar noch immer gelassen entgegen. Denn: Die aktuelle Situation, dass immer mehr DEL-Partner wie nun auch Frankfurt finanzielle Probleme haben, sei auf jeden Fall ein Vorteil für die Kasseler Rettungsbemühungen. Westhelle: „Einige Gesellschafter, die vor einiger Zeit noch gegen unseren Verbleib gestimmt haben, müssen nun genau überlegen, ob sie selbst überleben. Die harte Linie gegen Kassel macht für sie keinen Sinn mehr.“ (sam/dpa)

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