Kassel. Nach dem juristischen Scheitern in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) geht es nun um die letzte Chance: In München wird am Montag über ein Überleben der Kassel Huskies in der am 17. September startenden zweiten Liga entschieden.
Gegen 15 Uhr wird die Sitzung beginnen, wir werden Sie hier, auf HNA.de, auf dem Laufenden Halten.
Die 13 Klubs dieser so genannten Bundesliga als Gesellschafter der Eishockey-Spielbetriebs-GmbH (ESBG) befinden in dieser Sitzung darüber, ob sie den 14., letzten freien Platz in ihrer Liga an die Schlittenhunde vergeben. Dazu allerdings müssten sie ihre eigenen Statuten beugen, denn die Huskies haben alle Lizensierungsregeln der ESBG missachtet. Entsprechend zurückhaltend äußern sich nun die maßgebenden Kasseler. "Ich will so vorsichtig sein wie möglich, um keinerlei Erwartungen aufzubauen oder gar Druck gegen irgendjemand", sagt Fabian Dahlem am Sonntag.
Der Sportdirektor mag ungeachtet von Internet-Gerüchten über eine Probeabstimung (11:2 gegen Kassel) über die Perspektiven nicht spekulieren ("es ist alles ganz schwer einzuschätzen"), sieht sich zum Hoffen und Warten verdammt. Nur so viel: "Wir haben bis zuletzt hart daran gearbeitet, die Hausaufgaben bestmöglich zu erledigen." "Auch am Sonntagnachmittag wurde noch am Wirtschaftsplan gearbeitet, der nun in München vorgelegt und den ESBG-Vertretern in aller Ruhe erläutert wird", erklärte Dr. Franz-Ludwig Danko. Der Insolvenzverwalter, der nun alle Entscheidungen bei den Huskies trifft, wird an der ESBG-Vollversammlung nur auf Anfrage teilnehmen.

"Wir wollen, dass Eishockey-Fachleute untereinander über den Eishockey-Standort Kassel entscheiden und weniger die Juristen", sagt Danko. Aber: In ausführlichen Telefonaten mit Uwe Harnos, dem einflussreichen Präsidenten des Deutschen Eishockey-Bundes, hat er schon viele Hintergründe erläutern und weiterführende Informationen geben können. Fabian Dahlem also werde nun in München sein sehr gut vorbereitetes Sportkonzept vorstellen, auf Wunsch der ESBG werde zudem voraussichtlich Huskies-Inhaber und Multihallenentwickler Dennis Rossing zu kaufmännischen Fragen Rede und Antwort stehen. Punkt.
Dr. Fritz Westhelle indes wird nicht dabei sein. Seine Äußerung im HNA-Interview, wonach die Huskies nicht zweigleisig für DEL und zweite Liga hätten planen können, und ein Verweis Dahlems, auch Zweitliga-Meister München sei es so ergangen, hatten für neuerliche Turbulenzen gesorgt. ESBG-Geschäftsführer Oliver Seeliger wird von Eishockeynews mit klarer Widerrede zitiert: "Das ist Quatsch. Man muss nur eine niedrige sechsstellige Lizenzgebühr in der Bundesliga zahlen, wenn man als Gesellschafter aufgenommen wird und am Spielbetrieb teilnimmt. München musste seine Bewerbung nie zurücknehmen und hat dies auch nie getan."
Ein Vorgang, der auch bei den Huskies-Fans weiteres Vertrauen gekostet hat. Sie fühlen sich verschaukelt, diskutieren in den Internetforen eine Wiederholung alter Fehler, werfen Westhelle & Co. vor, auch weiterhin mit "Märchen, Traumtänzereien und Halbwahrheiten um sich zu schmeißen". Natürlich gibt es die vielen Fans wie "Lollo", der Freudensprünge machen würde über eine Chance in der zweiten Liga.
Aber: Überdrüssig allen Pokerns, mehren sich nun die Stimmen, die einen kompletten Neubeginn im heimischen Eishockey auf sportlicher, wirtschaftlicher und personeller Ebene fordern: Mit einer Amateurtruppe der Eishockey-Jugend Kassel in der Regionalliga Hessen. Eine Variante, zu der es ohnehin keine Alternative gibt, wenn den Huskies heute ein Überleben in der zweiten Liga verwehrt wird.
Von Gerald Schaumburg
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