Kassel. Zwischenzeitlich rieb man sich kurzzeitig verwundert die Augen, am Ende aber wurde es erwartet deutlich: Die Kassel Huskies landeten trotz einiger Nachlässigkeiten einen klaren 18:3 (3:0, 5:3, 10:0)-Sieg gegen den Tabellenletzten EHC Netphen.
Es herrschte an diesem Abend ein Hauch von Hessenliga in der Oberliga: Der Gegner war deutlich unterlegen, wurde von den Huskies-Fans aber kräftig mitgefeiert. Die Gäste traten die meiste Zeit nur mit vier Verteidigern und sieben Stürmern auf.
Klar, dass das auf Dauer nicht durchzuhalten war. Denn das Spiel lief von der ersten Minute an fast durchweg auf das Tor des Tabellenletzten, auch wenn der im Mitteldrittel einige starke Szenen hatte. Und natürlich war es Manuel Klinge, der in der fünften und zehnten Minute die ersten Tore erzielte.
Beim 2:0 war das richtig schön: Rückhandpass, Doppelpass, drin das Ding. Genau das wurde zeitweise aber zum Problem: Die Gastgeber versuchten sich im Gefühl größter Überlegenheit zu sehr als Zauberer.
Und dann war da auch noch Hendrik Sirringhaus. Für Netphens Torhüter war das lange ein prima Spiel. Er glänzte mit Glanztat um Glanztat, wurde dafür sogar von den Kasseler Fans gefeiert, ehe er im Dauerbeschuss zu Beginn des letzten Drittels vom Eis geholt wurde.
Und im zweiten Drittel, ja, da ereignete sich höchst Erstaunliches. Zu behäbig kamen die Huskies aus der Kabine. Und das wurde bestraft. Bei Florian Schäfers Tor zum 1:3 gab es noch Beifall und der Torschütze der Gäste bedankte sich beim Heuboden (26.). Doch als Andre Bruch 40 Sekunden später auf 2:3 verkürzte, da schien es kurzzeitig peinlich zu werden für den hohen Favoriten.
Zum Glück gab es dann aber eine turbulente Phase mit vier Treffern in 62 Sekunden - drei davon für die Gastgeber - sowie einen Doppelschlag in der Schlussminute, sodass es standesgemäßer 8:3 stand. Zweimal der überragende Klinge, zweimal Alexander Heinrich sowie Niels Hilgenberg trafen.
Und klar: Bei den Gästen ließen die Kräfte nun natürlich nach. Mit fünf weiteren Toren schon in den ersten sechs Minuten stellten die Huskies dann im Schlussdrittel ganz schnell die Weichen auf Schützenfest. Am Ende waren es zehn Tore in einem Drittel - und man konnte kaum glauben, dass es in diesem Spiel tatsächlich zwischendurch 3:2 gestanden hatte.
SR: Westrich (Zweibrücken), Z: 2783, Tore: 1:0 (5:03) Klinge (Glusanok), 2:0 (9:53) Klinge (Christ, Sikora), 3:0 (19:37) Schädel (Sikora), 3:1 (25:49) Schäfer (Örtel), 3:2 (26:29) A. Bruch (Örtel, Linke), 4:2 (31:46) Klinge (Christ - 5:4), 5:2 (32:01) A. Heinrich (Valenti), 5:3 (32:16) Kousek, 6:3 (32:48) Klinge (Christ, Sikora), 7:3 (39:19) A. Heinrich (Valenti - 5:4), 8:3 (39:44) Hilgenberg (J. Grund), 9:3 (41:02) Hilgenberg (A. Heinrich), 10:3 (41:34) Heinrich (Roedger, Mikesz), 11:3 (42:10) Engel (Klinge, J. Grund), 12:3 (44:50) Mikesz, 13:3 (45:48) Roedger (E. Grund), 14:3 (52:55) Christ (Klinge, Valenti), 15:3 (53:19) A. Heinrich (Hilgenberg, Mikesz), 16:3 (55:06) Berendt (Böhm). 17:3 (58:48) J. Grund (Berendt), 18:3 (59:22) J. Grund (A. Heinrich), Strafminuten: Kassel -, Netphen 8.
Von Frank Ziemke
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