Bad Nauheim. Das zweite Hessenderby des Wochenendes blieb ohne Happy-End für die Kassel Huskies: Mit 3:6 (1:2, 0:2, 2:2) verloren die Nordhessen am Abend bei den Roten Teufeln Bad Nauheim. Ärgerlich: Die ersten drei Gegentreffer kassierten sie in Unterzahl. Dabei war der Beginn verheißungsvoll.
Mit dem Selbstvertrauen aus dem 6:3-Derbysieg gegen Frankfurt betraten die Huskies das Eis und schienen genau da weitermachen zu wollen, wo sie am Freitagabend aufgehört hatten. Mit viel Schwung kamen sie aus der Kabine und überrannten die Bad Nauheimer förmlich. Die Folge: Gerade knapp zwei Minuten waren gespielt, als Marc Roedger für Jiri Mikesz auflegte und der aus kurzer Distanz den Puck vorbei am Bau Nauheimer Schlussmann Markus Keller zum 1:0 ins Netz drosch (3.). Ein Auftakt nach Maß. Den Gastgebern fiel zunächst keine passende Antwort ein.
Doch dann musste Huskies-Stürmer Christoph Koziol auf die Strafbank. Und nun waren die Roten Teufel zur Stelle. Christian Franz war es, der diese erste Überzahl der Nauheimer in Zählbares ummünzte. Martin Fous, der wieder im Tor der Huskies stand, war gegen den Schlagschuss von der Blauen Linie chancenlos (8.). Fast identisch war die Situation knappe fünf Minuten später. Wieder saß ein Husky in der Kühlbox - dieses Mal Stürmer Michi Christ. Nun nahm Verteidiger Alexander Baum an der Blauen Linie Maß. Und Wieder musste Fous hinter sich greifen. 1:2 aus Sicht der Huskies nach 14. Minuten. Und plötzlich waren die Rollen neu verteilt. Die Gastgeber übernahmen das Kommando auf dem Eis, während zwingende Torchancen für die Huskies eher Mangelware blieben. Anstatt den 2:2-Ausgleich zu erzielen, gerieten sie sogar noch höher in Rückstand. Es passte ins Drehbuch des Abends, dass das 1:3 bei der dritten Überzahl der Gastgeber fiel.
Gerade verbüßte Kassels Verteidiger Alexander Engel eine Zweiminuten-Strafe, als ausgerechnet der gebürtige Kasseler Tobias Schwab aus der Distanz den dritten Treffer für die Hausherren markierte (24.). Zwar steckten die Schlittenhunde nicht auf, doch ihnen klebte das Pech an der Kelle. Mehrmals war Keller zur Stelle, mehrmals scheiterten die Huskies aus guter Position.
Pech hatten sie beispielsweise nach einer halben Stunde, als ein Treffer Marek Vorels wegen angeblicher Abseitsstellung nicht gegeben wurde. Das Ergebnis war deutlicher, als es der Spielverlauf zeitweise vermuten ließ. Allerdings mit dem entscheidenden Unterschied, dass Bad Nauheim die Tore machte. Erst durch Michel Maaßen (32.), dann durch Jannik Striepeke zum 5:1 (54.). Und als nach dem 2:5 durch Sven Valenti noch einmal Hoffnung aufkeimte, da unterlief den Huskies ein folgenschwer Fehler. Martin Fous war schon auf dem Weg zur Bank, weil eine Strafe gegen die Nauheimer angezeigt war. Der ungenaue Rückpass der Huskies ging ins leere Tor. Das 3:6 durch Petr Sikora (59.) war nicht mehr als Ergebniskosmetik.
SR: Kissing (Wiehl), Z: 4200, Tore: 0:1 (2:03) Mikesz (Roedger, Böhm), 1:1 (7:43) Franz (Kujala - 5:4), 2:1 (13:29) Baum (Weibler - 5:4), 3:1 (23:31) Schwab (5:4), 4:1 (31:46) Maaßen, 5:1 (49:09) Striepeke, 5:2 (53:23), Valenti (Klinge, Grund), 6:2 (55:12), 6:3 (58:13) Sikora (Klinge), Strafzeiten Nauheim 12/Kassel 8.
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