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Kassel Huskies: Fragen und Antworten vor dem Treffen der DEL-Gesellschafter

Kassel Huskies: Fragen und Antworten vor dem Treffen der DEL-Gesellschafter

Im Notfall bleibt die Klage

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Kassel. Der Tag der Entscheidung naht: Am kommenden Montag werden die Gesellschafter der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zusammenkommen und über die Zukunft der Kassel Huskies befinden. Ab 13 Uhr tagen sie in Köln. Zuvor gibt es jede Menge Fragen, die wir versuchen zu beantworten.

Wie wird die Sitzung am Montag ablaufen?

Eingeladen sind die DEL-Gesellschafter – also Vertreter aller 15 Klubs. Das heißt aber nicht automatisch, dass auch alle kommen. Theoretisch können sie auch dem Treffen fernbleiben und dem DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke eine Vollmacht erteilen, für sie zu handeln.

Die Zukunft der Huskies wird als zweiter Tagesordnungspunkt behandelt. Huskies-Geschäftsführer Dr. Fritz Westhelle hat dabei die Gelegenheit, Stellung zu beziehen. Er rechnet im Anschluss an seine Ausführung mit einer „heftigen Diskussion“, wie er sagt.

Ob es danach wie geplant zur Abstimmung über den Ausschluss des Kasseler Eishockey-Klubs aus der DEL kommt, ist nicht sicher. Es besteht auch die Möglichkeit, sich zu vertagen.

Wenn es tatsächlich zur Abstimmung käme: Wie liefe diese dann ab?

Grundsätzlich sind die Abstimmungen bei den Versammlungen der Gesellschafter nicht geheim – es sei denn, dies wird vorher beschlossen. Westhelle hat angekündigt, dies zu beantragen. Der Hintergrund ist klar: Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich einige Gesellschafter unter Druck gesetzt fühlen. Denn im Fachmagazin „Eishockey News“ machte DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold noch einmal deutlich, dass es seiner Meinung nach nur eine Entscheidung geben kann: den Ausschluss der Huskies aus der DEL. Er spricht von Wettbewerbsverzerrung, die dadurch entstünde, dass sich die Huskies im Insolvenzplanverfahren ihrer Schulden entledigten.

Für den Ausschluss ist eine Dreiviertel-Mehrheit erforderlich. Da die Huskies selbst nicht mit abstimmen dürfen, müssen demnach elf der 14 anderen Gesellschafter gegen sie stimmen. Genau bei diesem Punkt setzt die Hoffnung der Kasseler an: Westhelle steht mit den anderen Klubs in Kontakt. Er ist guten Mutes, dass sich mindestens vier für den Verbleib der Huskies in der DEL aussprechen.

Was passiert, wenn die Gesellschafter den Ausschluss der Huskies beschließen?

Dann könnte es ein juristisches Nachspiel geben. Westhelle schließt zumindest den Gang vor ein ordentliches Gericht für diesen Fall nicht aus. Er hält es schon für fragwürdig, dass die DEL vier Tage vor dem möglichen Abschluss des Insolvenzplanverfahrens über die Zukunft der Huskies abstimmen will. Denn am 14. Mai findet im Rahmen des Insolvenzplanverfahrens die Gläubigerversammlung statt. Stimmen die Gläubiger dann dem Insolvenzplan zu, stünde einer Sanierung der Huskies nichts im Weg.

Auch Jürgen Arnold hält es für möglich, dass „Kassel eine Klage einreicht“, wie er in den „Eishockey News“ erklärt. „Aus den Erfahrungen der Vergangenheit heraus kann man aber sagen, dass Gesellschaftsrecht vor Insolvenzrecht steht.“ Er bezieht sich dabei auf den Fall der Moskitos aus Essen, die 2002 gegen den Ausschluss aus der DEL gerichtlich vorgegangen sind – ohne Erfolg.

Westhelle spricht insofern aber von einer komplett anderen Sachlage. Essen durchlief damals ein herkömmliches Insolvenzverfahren. Die Huskies erledigen das in Eigenregie – mit dem Ziel, sich zu sanieren.

Gibt es eine Alternative, sollten die Huskies in der nächsten Saison definitiv nicht in der DEL spielen dürfen?

Westhelle sagt: „Einen Plan B habe ich nicht.“ Er setzt alles auf eine Karte.

Von Florian Hagemann

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