Kassel. Keine 17 Stunden nach der erfolgreichen Übernahme der Kassel Huskies platzte Dienstagnachmittag die nächste Bombe: Der Eishockey-Klub hat derzeit Schulden in Höhe von 2,8 Millionen Euro und wird daher in den nächsten Tagen Insolvenz anmelden.
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Bis Ende April wird die Liquiditätslücke auf 700 000 Euro steigen – und damit der Betrag des kurzfristig fehlenden Geldes. Das erklärten in einer Pressekonferenz am Dienstag der Bad Hersfelder Unternehmer Dennis Rossing und der Kasseler Rechtsanwalt Dr. Fritz Westhelle.
Rossing hatte am Montagabend die Gesellschaftsanteile der Kassel Huskies GmbH vom bisherigen Huskies-Eigner Rainer Lippe übernommen – und sogleich Westhelle zum Geschäftsführer gemacht. Der Rechtsanwalt gilt bundesweit als renommierter Insolvenzverwalter – und hat nun eine ganz spezielle Aufgabe zu lösen: Er muss die Huskies innerhalb kürzester Zeit entschulden.

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Gelingen soll dies nicht mithilfe des herkömmlichen Insolvenzverfahrens, sondern mit einem Planverfahren in Eigenverwaltung. Dieses zielt in erster Linie auf die Sanierung und Fortführung des insolventen Unternehmens, dessen Führungskräfte die Geschicke weiter leiten dürfen und durch einen Insolvenzverwalter lediglich beaufsichtigt werden.
Westhelle sieht überaus gute Chancen, die Huskies über diesen Weg zu retten. Schließlich hätte das Verfahren auch Vorteile für die Gläubiger: Sie könnten mehr Geld bekommen als im herkömmlichen Insolvenzverfahren – zumal Dennis Rossing angekündigt hat, noch einmal einen sechsstelligen Betrag für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen.
Der Bad Hersfelder bezeichnete die Vorgehensweise als einzige Chance und sagte während der Pressekonferenz: „Das alles soll ja keine Eintagsfliege sein.“ Sein Ziel hat der 48-Jährige gestern noch einmal klar definiert: Er will die Huskies dauerhaft auf solide Füße stellen. Sie sollen schließlich Hauptmieter der von ihm geplanten Multifunktionsarena im Stadtteil Bettenhausen werden. Rossing gab sich zuversichtlich. Nach der Übernahme habe er jetzt die Zügel in der Hand.
Unterdessen geht die sportliche Planung für die kommende Saison weiter. Laut Westhelle und Rossing wird sie nicht durch den Schwebezustand beeinträchtigt. So bastelt der designierte Sportdirektor Fabian Dahlem fleißig an einem neuen Team, dessen Stütze der aus Kassel stammende Nationalspieler Manuel Klinge sein soll.
Von Florian Hagemann
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