KASSEL. Am 1. November war der Traum von der Playoff-Teilnahme beim Tabellenachten noch lebendig. Seither aber haben die Huskies nicht mehr als sechs von 28 Spielen gewonnen. Nun, nach dem 1:3 gegen die Hannover Scorpions und mit 13 Punkten Rückstand, sind die Kasseler Puckjäger als Letzter in der harten Realität angekommen. „Jetzt geht es nur noch darum, diese Saison zu einem guten Ende zu bringen“, räumt Trainer Stéphane Richer ein.
Aber wie? Zwölf Spiele haben die Schlittenhunde noch vor der Brust, die nächsten schon heute um 19.30 Uhr bei den Roosters in Iserlohn und am Sonntag daheim gegen die Pinguine aus Krefeld (18.30 Uhr, Eissporthalle). Gegner in Reichweite auf den Plätzen elf und zwölf. Und doch scheinbar weit entfernt für diese Mannschaft, die auch gegen Hannover gefällig spielte, guten Willen zeigte, aber auch angesichts der Ausfälle von Tallaire, Schmidt, Sleigher (Ausschluss nach 17 Minuten) und Card („Pferdekuss“) einmal mehr letzte Entschlossenheit vermissen ließ, um die guten Chancen zum Anschluss nutzen zu können.
Nein, es hat derzeit nicht den Anschein, dass diese Huskies mit Herzblut für den Fortbestand des Kasseler Eishockeys kämpfen. Nicht viele der Auswärtigen, nicht einmal die Eigengewächse empfehlen sich für neue Verträge. Und daran kann nicht Trainer Richer schuld sein, dessen sofortigen Ausstieg Fans fordern.
Torwart Hausers Formkurve zeigt nach oben, auch 1:0-Torschütze Ryan Kraft legt endlich mehr Engagement an den Tag. Manuel Klinge indes tut sich schwer, weiterhin ist Derek Dinger der beste echte Kasseler. Aber für Fabio Carciola, Michi Christ und Alex Heinrich, der im Schlussdrittel als Card-Ersatz respektabel verteidigte, ist die DEL derzeit eine Nummer zu groß. Eine personelle Runderneuerung steht also an, falls Dennis Rossing als Retter einsteigt.
„Es ist nicht leicht, sich bei der Unruhe im Umfeld und all der Ungewissheit auf die Spiele zu konzentrieren“, sagt Hugo Boisvert. „Auch wir Profis sind Menschen, denen diese Niederlagenserie nahe geht. Ohne Selbstvertrauen fällt es schwer, positiv zu bleiben“, erklärt der Kapitän, der mit seinem verkrampfenden Team sogar Schmährufe der eigenen Fans („Ihr seid zu blöd!“) ertragen musste.
„Wir wissen, dass wir den Zuschauern eine gute Schau bieten müssen“, sagt Boisvert. „Das wollen wir doch auch. Schließlich feiern wir auch lieber als dass wir uns auspfeifen lassen. Aber wir sind in einem tiefen, tiefen Loch.“
Dass ausgerechnet heute in Iserlohn die Trendwende gelingt und die 13. (!) Auswärtsniederlage in Folge vermieden wird, ist unwahrscheinlich. 8:1 gewannen die Sauerländer das erste Duell und sind zudem Spezialisten darin, Sekundenschlaf ihrer Gäste mit Doppel- und Dreifachschlägen zu bestrafen. „Auf diesem heißen Pflaster können wir nur bestehen, wenn unsere Stürmer mit der Abwehr eine ganz kompakte, konzentrierte Einheit bilden“, sagt Fabian Dahlem. Aber davon träumt auch der Co-Trainer schon seit dem 1. November.
Von Gerald Schaumburg
Facebook 'Like Box' wird geladen...




Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.