Kassel. Zweites Spiel, zweiter Sieg: Die Kassel Huskies haben ihre Heimpremiere in der Oberliga mit 3:2 gewonnen. Gegen die Ratinger Ice Aliens blieb es allerdings bis zum Schluss mächtig spannend.
4342 Zuschauer wollten nach dem Derbysieg in Frankfurt auch eine glanzvolle Heimpremiere mit ihren Huskies feiern. Doch die (zu) hoch gesteckten Erwartungen wurden spielerisch nicht erfüllt, denn die Kasseler Puckjäger taten sich über 60 Minuten schwer gegen Ratingen.
© Fischer/HNADennis KlingeAm Ende aber bestanden Spieler wie Fans die lange Geduldsprobe und bejubelten gleichsam erlöst von aller Anspannung gemeinsam das verdiente, hart erkämpfte 3:2 (1:0, 1:2, 1:0) gegen keineswegs außerirdisch auftrumpfende Ice Aliens. „Wir haben es uns selbst schwer gemacht und kaum Spielfluss gefunden“, bilanzierte Patrick Berendt, der nach 16 Minuten und Böhms langem Diagonalpass das 1:0 erzielt hatte.
Ein Treffer, der aber keine Sicherheit gab. Denn die Huskies spielten zwar schön und auch etliche klare Torchancen heraus, doch mangelte es ihnenvorn wie hinten an der letzten Konsequenz. Die Quittung schrieb Robby Hain. Im technisch perfekten Zusammenspiel der starken Ratinger Topreihe mit Monych und Tegkaev sorgte er 37 Sekunden nach Beginn des zweiten Drittels nicht nur für das 1:1, sondern glich 27 Sekunden vor dem Ende auch die erneute Kasseler Führung durch Dennis Klinges präzisen Schlenzer ins lange Eck (33.) aus. Nach dem Schirigespann um Referee Brill hatte auch die Huskies-Hintermannschaft den Überblick verloren.
„Wir haben zu kompliziert agiert statt einfach und zielstrebig“, befand später Stephane Robitaille. Und lieferte die Erklärung für das verspielte, bisweilen wenig konzentrierte Auftreten der Schlittenhunde gleich mit: „Der Abend in Frankfurt, dieses unglaubliche Erlebnis noch mit dem Empfang unserer Fans bei der Rückkehr zur Kasseler Eishalle, das war physisch und emotional einfach sensationell. Danach haben wir im Unterbewusstsein das Spiel gegen Ratingen vielleicht viel einfacher erwartet.“
Zum Glück aber hatte der 41-Jährige dann selbst das probate Mittel parat, doch noch für das Happy End bei der Heimpremiere zu sorgen. Im siebten (!) Überzahlspiel traf der Routinier knapp fünf Minuten vor dem Ende mit einem präzisen Knaller von der Blauen Linie zum 3:2 ins Netz und erlöste damit Mitspieler, Fans und auch den Trainer. „Wenn wir trotz müder Beine und müder Köpfe so viel Herz haben, ein schlechtes Spiel doch noch zu gewinnen und daraus Lehren ziehen, dann ist alles in Ordnung“, erklärte Jamie Bartman. Und, glücklich über den perfekten Sechs-Punkte-Start, belohnte seine Mannen mit zwei freien Tagen.
Getrübt wurde die Freude bei den Kasselern allerdings von der Nachricht, dass Dennis Klinge nach dem Spiel ins Krankenhaus gebracht werden musste. Er hatte sich bei einem Foul so schwer verletzt, dass er das Spielfeld nicht mehr selbstständig verlassen konnte. Im Krankenhaus wurde er wegen des Verdachts auf eine Wirbelsäulenverletzung behandelt.
Auf Facebook gibt der Verein Entwarnung: "Die ersten Untersuchungen haben eine Wirbelsäulenverletzung glücklicherweise nicht bestätigt. Heute folgen weitere Untersuchungen, wenn diese kein anderes Ergebnis zu Tage bringen, wird Dennis das Krankenhaus bald wieder verlassen können", heißt es dort.
Von Gerald Schaumburg
Rubriklistenbild: © Fischer/HNA
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