München/Kassel. Eine Woche vor dem Start der Eishockey-Saison droht den Kassel Huskies der endgültige DEL-Ausschluss. Das OLG München entschied, der Kassels Lizenzentzug darf vollstreckt werden. Donnerstag soll eine endgültige Entscheidung fallen.
Eines hatte der Vorsitzende Richter Michael Lorbacher gleich zu Beginn des Prozesses vor dem Oberlandesgericht München klar gemacht: "Niemand hier im Senat ist Eishockey-Fan". Das sollte für die Kassel Huskies rund sechs Stunden später harte und traurige Wahrheit werden: In dürren Worten verkündete der Richter das Aus der Huskies in der DEL. "Der Schiedsspruch wird für vollstreckbar erklärt", sagte er.
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Das Todesurteil für die Huskies umfasste ganze sechs Worte. Dass sich noch etwas zum Guten wendet für die Schlittenhunde, daran glaubte trotz aller Durchalteparolen ihres Geschäftsführers Dr. Fritz Westhelle niemand mehr im Gerichtsaal.
Der Schiedsspruch des DEL-Verbandsgerichts, der die Huskies ausschließt, wurde von einem ordentlichen Oberlandesgericht bestätigt. An dieser Wahrheit wird niemand mehr rütteln. Vielleicht glaubte auch Westhelle am Dienstagmorgen nicht mehr so richtig an das Weiterleben seiner Hundemeute in der DEL. "Ich habe so ein komisches Gefühl im Bauch", murmelte er in der Früh auf der Schleißheimer Straße, in der das Oberlandesgericht in einem schmucklosen Betonkasten aus den 70er-Jahren untergebracht ist.
Dr. Fritz WesthelleWesthelles Bauchgefühl sollte ihn nicht trügen. Obwohl es in München anfangs nicht schlecht aussah für die Huskies. Richter Lorbacher sprach von einem Kompromiss: Vielleicht könnten die Huskies ja für ein Jahr spielen, dann sehe man weiter, wie es mit den Finanzen stehe. Schließlich wisse jeder, dass ein großer Teil des Lizenzverfahrens für die DEL-Clubs aus mehr oder weniger geschönten Finanz-Prognosen bestehe.
Die Huskies hätten mit einem Kompromiss leben können. Der hätte so ausgesehen: Ein Jahr in der DEL spielen, und während dieser Zeit ein ordentliches Gericht enscheiden lassen. Bei negativem Ausgang dann ab in die Zweite Liga.
Und damit die Wogen zur DEL geglättet werden, hätte Geschäftsführer Westhelle, der so eine Art rotes Tuch für die Liga geworden ist, sozusagen dauerhaft auf der Strafbank Platz genommen - er hätte sein Amt zur Verfügung gestellt. Doch aus diesem sorgsam ausgetüftelten Plan konnte von Anfang an nichts werden - denn die DEL blieb hart.
DEL-Anwalt Klaus Sturm zu dem Huskies-Vertretern gestern im Gerichtssaal: "Bezahlen Sie die Schulden von rund drei Millionen Euro, dann können wir weiter sehen."
Was bleibt, ist die vage Hoffnung der Huskies, dass vor Gericht alles möglich ist, man sich dort wie auf hoher See in Gottes Hand befindet. Aber dass Köln nun anders entscheidet als München, glaubt ernsthaft niemand. Es ist in der Juristerei anerkannt, dass Entscheidungen von Schiedsgerichten für die Mitglieder von Verbänden verbindlich sind. Und wird eine Entscheidung dann auch noch von einem ordentlichen Gericht bestätigt, so ist daran nichts zu rütteln. Die Huskies sind draußen.
Von Frank Thonicke
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