Kassel. Es war ein Spiel auf Augenhöhe und dennoch gewannen die Huskies. Am Sonntagabend besiegten sie in der Eishockey-Oberliga West die Füchse aus Duisburg mit 5:2 (1:1, 2:1, 2:0).
Spielen sie nun, oder spielen sie nicht? Das ist immer dann die Frage, wenn die Füchse aus Duisburg antreten. In Kassel spielten sie, die ehrgeizigen DEL-Förderlizenzler aus Köln und Düsseldorf, ihren Erfolg gegen Spitzenreiter Nauheim vom Freitag aber konnten die Westdeutschen nicht wiederholen.
5:2 siegten die Huskies und brauchen nun nur noch maximal einen Sieg aus vier Spielen zum Weiterkommen. Nach einer mitreißenden Partie, die nach Maß begann – trotz des Fehlens von Hilgenberg (krank), Mikesz und Stefan Heinrich (verletzt). Denn schon der erste Schuss geriet zum Volltreffer, nachdem Schiri Seckler in den ersten 56 Sekunden zwei allzu heißblütige Füchse in die Kühlbox geschickt hatte: Einen Querpass versenkte Manuel Klinge per Direktabnahme im Netz.
1:0 führten die Huskies, doch die Freude währte nur kurz. Denn auch der Fuchs kann Powerplay: Als Sven Valenti saß, verwertete Hanke einen Rückpass zum 1:1 (7.). Und sie hätten sogar führen können, die Gäste, doch Huskies-Torwart Fous war bei Ohmanns Solo hellwach (11.).
Auf der anderen Seite aber avancierte Björn Linda zum besten Fuchs. Mit feiner Spürnase roch er stets den Braten, wenn Klinge, Vorel und Co. zum Fangschuss ansetzen und vereitelte klarste Chancen. Aber auch zu Beginn des zweiten Drittels war Linda gegen den ersten Schuss machtlos.
Diesmal war Sven Valenti erfolgreich, der im Powerplay Petr Sikoras Rückpass an den kurzen, rechten Pfosten filigran zum 2:1 verwertete. Aber die Geschichte des Spiels wiederholte sich. Denn wiederum nur drei Minuten später glich Duisburg erneut aus: Und wieder überliefen die jungen Wilden die aufgerückten Kasseler und kamen durch Breitkreuz zum 2:2 (25.).
Ein Rückschlag aber für die Huskies war auch das nicht. Denn sie hatten längst den offenen Schlagabtausch angenommen, hielten der physischen Stärke der quirlig-flinken Füchse ihre Cleverness entgegen und schlugen nur 25 Sekunden später zurück. Wieder war Sikora der entscheidende Mann hinter dem Fuchsbau, der den tödlichen Pass spielte. Diesmal auf Michi Christ am langen, linken Pfosten, der die Gastgeber mit dem 3:2 (25.) erneut in Führung brachte. Und diesmal hielt das schmale Polster endgültig.
Weil die Füchse - mit nur fünf Verteidigern - ihrem eigenen Tempo allmählich Tribut zollen mussten. Stetig stieg ihre Fehlerquote, immer öfter stockte nun ihr bis dahin so pfeilschnelles, direktes Steilspiel. Die Kasseler machten die Räume dicht, gaben endgültig den Takt an, bauten den Vorsprung aus. Stéphane Robitailles Treffer war ungültig wegen Torraum-Abseits’ (48.), doch Danny Reiss’ präziser Überzahlschuss von der Blauen Linie (50.) und Marc Roedgers knallige Direktabnahme genau in den Giebel (53.) zum 5:2 krönten die erfolgreiche Fuchsjagd. Auch wenn Archie Kostyrev per Penalty noch an Linda scheiterte (59.).
Schiedsrichter: Seckler (Augsburg).
Zuschauer: 5123
Tore: 1:0 (1:11) M. Klinge (Robitaille, Sikora - 5:3), 1:1 (6:43) Hanke (Hofland, Schmidt - 5:4), 2:1 (20:50) Valenti (Sikora, Robitaille - 5:4), 2:2 (24:29) Breitkreuz (Mackay, Preibisch), 3:2 (24:54) Christ (Sikora, E. Grund), 4:2 (49:29) Reiss (Koziol, Vorel - 5:4), 5:2 (52:20) Roedger (Koziol)
Strafminuten: Kassel 8, Duisburg 10
Von Gerald Schaumburg
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