EM-Traum geplatzt: DVV-Frauen unterliegen Türkei 2:3

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Trainer Luciano Pedulla tröstet die deutschen Volleyball-Frauen nach dem EM-Aus im Viertelfinale. Foto: Laurent Dubrule

Die Enttäuschung bei den deutschen Volleyballerinnen ist riesig. Trotz einer hervorragenden Leistung gegen die Türkei scheiden sie im EM-Viertelfinale aus. Spielführerin Margareta Kozuch klagt: "Es ist einfach nur unfair, dass wir nicht im Halbfinale stehen."

Antwerpen (dpa) - Der Traum der deutschen Volleyballerinnen von einer Medaille bei der EM in den Niederlanden und Belgien ist nach einem Marathon-Match im Viertelfinale unglücklich geplatzt.

Die Mannschaft von Bundestrainer Luciano Pedullà musste sich in Antwerpen Mitfavorit Türkei nach einem hochklassigen Kräftemessen erst mit 2:3 (20:25, 25:21, 25:20, 23:25, 12:15) geschlagen geben.

Der EM-Zweite von 2011 und 2013 verpasste damit trotz seiner besten Turnierleistung erstmals seit 2007 wieder den Sprung unter die besten vier Teams in Europa. Während die Türkinnen nun am Samstag um den Einzug ins Endspiel kämpfen, können die Deutschen nach dem Erreichen ihres EM-Minimalziels erhobenen Hauptes die Heimreise antreten.

Die Enttäuschung im deutschen Team war riesig. "Es ist einfach nur unfair, dass wir nicht im Halbfinale stehen", klagte Spielführerin Margareta Kozuch. "Ich hasse es, jetzt nicht nach Rotterdam, sondern nach Hause fahren zu müssen", schimpfte Zuspielerin Mareen Apitz. "Die Türkinnen sind nach den bisherigen Leistungen verdient ins Halbfinale eingezogen. Aber wir hatten heute auch den Glauben an uns, das war immer zu spüren."

Niedergeschlagen, aber auch stolz auf seine Mannschaft war Pedullà nach seinem ersten großen Turnier als Bundestrainer. "Wir waren knapp an einer echten Überraschung. Das war ein sehr gutes Spiel in Aufschlag und Abwehr", resümierte der Italiener. "Wir haben die Türkinnen zu ungewöhnlich vielen Fehlern gezwungen. Meine Spielerinnen haben unglaublich gut gespielt."

"Wenn wir erst einmal in Schwung kommen, wird es schwer, uns zu schlagen", hatte die starke Außenangreiferin Maren Brinker nach dem lockeren 3:0 in der K.o.-Runde gegen Leichtgewicht Ungarn verkündet. Doch gegen den Weltranglisten-Elften fanden die Deutschen ihren Rhythmus erstmal nicht. Wille und Einsatz war Pedullàs Team nicht abzusprechen, doch die Türkinnen präsentierten sich im Angriff druckvoll und hochkonzentriert im Block.

Nach einem 12:18 im ersten Durchgang stellte Pedullà um - und prompt lief es besser. Mit langen, druckvollen Aufschlägen von Zuspielerin Kathleen Weiß arbeitete sich der Weltranglisten-Zehnte sogar bis auf 19:22 heran. Ein Fehler von Brinker in der Annahme besiegelte dann im Grunde den Satzverlust.

Im Sommer hatten die Frauen des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) beim Grand Prix gegen die Türkinnen erst knapp im fünften Satz verloren, doch damals war der Kontrahent nicht in Bestbesetzung angetreten. Pedullàs Mannschaft hat sich seitdem spielerisch entwickelt. Ein 3:8 drehte sie dank eines phasenweise mitreißenden Auftritts in eine 19:15-Führung. Völlig zurecht gaben die Türkinnen am Ende ihren ersten Satz im Turnier ab.

Außenangreiferin Jennifer Geerties spielte sich auch im dritten Durchgang in den Vordergrund. Und es blieb eng. Erst zog die Türkei mit 14:9 davon, dann kämpfte sich Deutschland mit cleveren Aufschlägen zurück und machte acht Punkte in Serie. Selbst der sonst so besonnen wirkende Pedullà ging da an der Seitenlinie emotional mit und durfte sich über ein 25:20 freuen.

Die Gegenwehr der sichtlich verärgerten Türkinnen wuchs, doch die DVV-Truppe behielt die Ruhe. Das Viertelfinale wurde immer mehr zu einer Nervenprobe. Nach dem Verlust des vierten Abschnitts wirkten die Türkinnen am Ende frischer. Selbst die aufdrehende Kozuch konnte in dem Volleyball-Thriller nicht mehr für die ersehnte Wende sorgen.

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