Erste Europaspiele werden in Baku eröffnet

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Die Europaspiele finden vom 12. bis 28. Juni in Baku statt. Foto: Bernd Thissen

Baku (dpa) - Nach Kritik an Menschenrechtsverletzungen im Land von Ausrichter Aserbaidschan werden die ersten Europaspiele in Baku eröffnet. Bei der Zeremonie im Nationalstadion (18.00 Uhr/MESZ) wird Turn-Star Fabian Hambüchen das deutsche Team als Fahnenträger anführen.

Insgesamt nehmen 265 deutsche Athleten an der Premierenausgabe des Kontinentalevents mit 20 Sportarten und 253 Entscheidungen teil. Zu der Feier werden keine deutschen Spitzenpolitiker erwartet, neben Aserbaidschans Staatspräsident Ilham Aliyev hat sich auch Kremlchef Wladimir Putin angesagt.

Die Vergabe der Europaspiele an Aserbaidschan wird von Menschenrechtsorganisationen wegen Verstößen der autoritär geführten Regierung von Aliyev gegen Menschenrechte und die Pressefreiheit kritisiert. Kurz vor Eröffnung der Europaspiele prangerte die inhaftierte Journalistin Khadija Ismayilova in einem Brief die Menschenrechtssituation in Aserbaidschan an. "Die Dinge sind niemals schlimmer gewesen", schrieb die Regierungskritikerin an die "New York Times", die das Schreiben zunächst im Internet veröffentlichte. "Während die an der Spitze von Korruption profitieren, kämpfen normale Menschen, um zu arbeiten, um zu leben und für Freiheit."

Ismayilova war Anfang Dezember vergangenen Jahres festgenommen worden, sie wird bezichtigt, einen Mann in den Selbstmord getrieben zu haben. Menschenrechtsorganisatoren protestieren gegen die Verhaftung.

"Heute sage ich der internationalen Gemeinschaft: Lasst die Regierung von Aserbaidschan nicht eure Aufmerksamkeit von ihrer Bilanz aus Korruption und Missbrauch ablenken", erklärte Ismayilova. Sie könne die Europaspiele nicht sehen. "Die Besten und Intelligentesten Aserbaidschans wurden weggesperrt für die Europaspiele. Sie wollen nicht, dass ihr uns seht und uns und unsere unbequemen Wahrheiten hört."

Als erste deutsche Athleten waren schon vor der Eröffnungsfeier die Wasserballerinnen im Einsatz. Die Juniorinnen verloren in Baku mit 4:21 gegen Ungarn. Alle Beckenwettbewerbe werden als Veranstaltungen für Junioren ausgetragen. Die ersten Entscheidungen fallen am Samstag im Mountainbike, Karate, Triathlon und Ringen.

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