Ex-Weltmeister Klitschko bestreitet Rückkampf gegen Fury

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Wladimir Klitschko verlor gegen Tyson Fury seine WM-Titel. Foto: Rolf Vennenbernd

Wladimir Klitschko brauchte nur vier Tage nach seiner Niederlage. Jetzt ist klar: Er tritt nochmals gegen Tyson Fury an. Wann und wo, wird jetzt verhandelt. Es könnte der Kampf des Jahres 2016 werden.

Hamburg (dpa) - Wladimir Klitschko hat seinen Kampfgeist zurückgewonnen und eine Revanche gegen seinen Bezwinger Tyson Fury angekündigt.

"Direkt nach dem Kampf war ich echt frustriert, aber nach ein paar kürzeren Nächten weiß ich nun, dass ich zeigen will, dass mehr in mir steckt als das, was ich am Samstag gezeigt habe", sagte der 39 Jahre alte Boxer.

Am vergangenen Samstag hatte der Ukrainer in Düsseldorf gegen Fury einstimmig nach Punkten verloren. Durch die erste Niederlage nach elf Jahren büßte er die WM-Titel der Verbände WBA, IBF und WBO ein. "Ich konnte zu keiner Phase mein Potenzial abrufen, und das will und werde ich im Rückkampf ändern!", kommentierte er jetzt.

Die Rückkampf-Klausel war vor dem Kampf in Düsseldorf vereinbart worden. Das Klitschko-Lager will jetzt Zeit und Ort mit dem Management des neuen Champions aushandeln. Fury hatte bereits das 90 000 Zuschauer fassende Wembley-Stadion in London als Austragungsstätte für Mai 2016 ins Gespräch gebracht. Klitschko bevorzugt einen Kampf in Deutschland.

"Dieser Rückkampf wird weltweit für riesiges Interesse sorgen. Das ist ein Duell, das alles für den Kampf des Jahres 2016 mitbringt", sagte Klitschko-Manager Bernd Bönte und ergänzte: "Alle Antworten wird es jetzt vom neuen Weltmeister und seinem Herausforderer im Ring geben." In Deutschland überträgt RTL, in Großbritannien wird das Duell als Pay-per-View-Angebot im Bezahlsender Sky ausgestrahlt.

An einen Rücktritt habe er nie gedacht. "Diesen Gedanken habe ich nicht gehabt", sagte Klitschko in einem RTL-Interview. "Ich glaube, dass man nach so vielen Jahren Erfolg auch das Gefühl für bestimmte Sachen verliert. Aber ich denke, dass ich diese Erfahrung entsprechend verarbeite und daraus auch etwas Positives machen werde." Seine Motivation sei enorm groß. "Ich habe ein großes Ego", meinte Klitschko. "Das Ego hat Kratzer bekommen, aber ich bin vollster Energie und fühle mich gesund. Und ich bin hochmotiviert. Durch die Niederlage wahrscheinlich mehr als durch einen Sieg."

Zunächst will er gedanklich Abstand nehmen und sich um die Familie kümmern. "Jetzt nehme ich mir an Weihnachten und Silvester Zeit dafür, ich werde mich entspannen, so dass ich für das nächste Jahr Kräfte sammele. Ich erwarte, dass das nächste Jahr eines der wichtigsten Jahre meines sportlichen Lebens werden wird."

Wenige Stunden zuvor hatte Klitschko seinen Anhängern für die Unterstützung nach der Niederlage gedankt. "Ich muss meinen Fans, meinem Team und all meinen Partnern danken. Sie waren schon immer eine große Unterstützung. Nach einer elfjährigen Siegesserie habe ich erkannt, dass sie noch zahlreicher sind in der Niederlage", kommentierte Klitschko. Er habe viele positiven Nachrichten in den vergangenen Tagen erhalten. "Eure freundlichen Worte und euer Segen helfen mir, durch diese schwere Zeit zu kommen."

Mitteilung Klitschko

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