NBA Finals 2016

Nach 52 Jahren: König James führt Cleveland zur Meisterschaft

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Die Party beginnt: LeBron James nimmt den Meisterpokal entgegen.

Oakland - Die Cleveland Cavaliers schreiben Geschichte: Als erstes Team holen die Cavs um Superstar LeBron James einen 1:3-Rückstand in den NBA Finals auf, feiern den ersten Titel der Vereinsgeschichte und brechen einen Fluch.

52 Jahre hat die Stadt Cleveland auf einen Titel gewartet. Große Dramen der Footballer, Niederlagen der Baseballer, den unrühmlichen Abschied ihres großen Helden LeBron James haben die Menschen in Ohio verkraften müssen. Im ganzen Land sind sie dafür belacht worden. Vom Fluch, der auf dieser Stadt liegt, sprachen die Amerikaner. 

Lebron James - der Mann, dem Cleveland vertraut

Doch ein Mann gab Cleveland Hoffnung. Der größte Sportler des Staates Ohio, geboren nur 30 Meilen entfernt von Cleveland, in Akron, von den Cavaliers ausgewählt und verpflichtet vor 13 Jahren: LeBron James. Bei seiner Rückkehr zu den Cavs vor zwei Jahren schrieb er einen Brief an seine Fans. "Im Nordosten Ohios wird dir nichts geschenkt, du musst dir alles verdienen." Als James den Pokal in Empfang nahm, zitierte James aus diesem Brief. Cleveland hat ihm vertraut, an ihn geglaubt und ist ihm gefolgt. Dafür hat James die Stadt belohnt. Aus dem Teufelskreis der Enttäuschung hat er Cleveland befreit. "Der Fluch ist Geschichte", sagt NBA-Commissioner Adam Silver. 

Geschichte schrieben LeBron James und seine Cavaliers. Noch nie hat es eine Mannschaft in der NBA geschafft, einen 1:3-Rückstand im Finale umzubiegen. "Rekorde sind da, um gebrochen zu werden", hatte LeBron James nach Spiel vier angekündigt. Damals klang das wie eine Durchhalteparole. Doch James meinte es ernst. Mit zwei legendären Auftritten in den Partien fünf und sechs (je 41 Zähler) führte er die Cavs zu Siegen und erzwang ein Entscheidungsspiel. 

LeBron James verspricht Cleveland "größte Party aller Zeiten"

In diesem bewies  er seine Extra-Klasse. Ein Triple-Double mit 27 Punkten, 11 Vorlagen und 11 Rebounds legte er auf. Obwohl er seit 13 Jahren auf dem Top-Level spielt, hatte es Zweifler und Nörgler gegeben. Den einen passte die Außendarstellung nicht, den anderen fehlte der Killer-Instinkt in den entscheidenden Partien. Nach diesem Auftritt dürften, nein, müssen sie verstummen. Der König hat es ihnen allen gezeigt. Mark Jackson, Ex-Trainer des Gegners aus Oakland und TV-Analyst, nannte seine Leistung in den NBA Finals "die größte individuelle in der Geschichte der Liga". Seinen Status als bester Basketballer der Welt hat er sich auch zurückerobert von Stephen Curry, dem Star der Warriors.

Im Gegensatz zu LeBron James erreichte Curry nie seine Weltklasse-Form der Hauptrunde in den NBA Finals. In Spiel sieben setze er 13 seiner 19 Versuche am Ziel vorbei, kam nur auf 17 Punkte und leistete sich vier Ballverluste. Trotzdem entschied sich die Meisterschaft erst in den Schlussmomenten. Unglaubliches Zahlenspiel: Nach insgesamt 333 Spielminuten in sieben Partien stand es Unentschieden. 699 zu 699. Zum Helden in der entscheidenden Phase wurde Cavs-Aufbau Kyrie Irving. Er verwandelte einen Dreier über Curry hinweg zur Führung. Nach der Schlusssirene kniete sich James auf den Parkettboden, schlug die Fäuste dagegen und weinte. "Ich kann es kaum erwarten heimzukommen", sagt LeBron James. Der Stadt verspricht er "die größte Party, die Cleveland je erlebt hat". Eine, auf die die Stadt 52 Jahre lang gewartet hat.

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