Mündener Bezirksliga-Derby am Sonntag

So war es beim letzten Derby: Werratals Dominik Wallner (Bildmitte) wird von Gimtes Christopher Hayn gestoppt. Im Hintergrund Werratals Trainer Mike Hoffmann. Der Tuspo siegte mit 2:1. Foto: Schröter

Hann. Münden. Der Viertletzte empfängt den Vierten. Das ist die Ausgangslage vor dem Duell der SG Werratal und des Tuspo Weser Gimte. Können die Werrataler ausgerechnet gegen den Lokalrivalen ihren ersten Saisonsieg feiern?

So ruhig war es vor dem Altkreisderby eigentlich noch nie. Keine Spieler, die sich die Vereine im Sommer abgeluchst hätten, keine hitzigen Diskussionen auf Facebook - es scheint, als fänden sich beide Lager schon mit der Rangfolge ab. Schließlich trifft der gastgebende Viertletzte der Liga (SG Werratal) auf den Tabellenvierten. Doch gerade für die Gimter könnte diese Ruhe gefährlich sein. Dann nämlich, wenn am Sonntag (14.30 Uhr, Hedemünden) nach der Ruhe kein erfolgreicher Sturm-(lauf) folgt.

Die Ausgangslage

Der Tuspo ist als einzige Mannschaft der Liga noch ohne eine Niederlage und dürfte an der Tabellenspitze weiter mitmischen. Auf der anderen Seite warten die Werrataler noch auf den ersten Saisonsieg (übrigens haben auch sie in acht Partien erst dreimal verloren). Allerdings sind sie von ihrem Ziel, an die nach Mike Hoffmanns Amtsantritt so erfolgreiche Rückserie der abgelaufenen Serie anzuknüpfen (5. Rückrundenplatz), weit entfernt.

Die aktuelle Form

Riesige Unterschiede gibt es derzeit nicht. Während die Werrataler zuletzt beim 1:1 gegen Sülbeck - zumindest in der zweiten Halbzeit - Torchance auf Torchance herausspielten, gab es beim Gimter 0:0 gegen die SG Bergdörfer kaum nennenswerten Unterhaltungswert. „Es spricht aber für die Mannschaft“, sagt Tuspo-Trainer Matthias Weise, „dass sie auch solche Spiele nicht verliert.“ Einen Unterschied dürfte es aber auf jeden Fall in puncto Selbstvertrauen geben. Die Werrataler zeigten im Abschluss wirklich Nerven, verschossen sogar einen Elfmeter. Werratals Coach Mike Hoffmann sprach zudem von einem Déjà-vu-Erlebnis. Nämlich dann, als Sülbeck in Führung ging. Plötzlich war nichts mehr vom selbstbewussten Pressing der Anfangsphase zu sehen. Unsicherheit und Hektik zogen ein.

Die Sache mit der Abwehr

Viel unterschiedlicher geht es kaum: Die Werrataler haben bislang 19 Gegentreffer kassiert und sich dabei einige Eier mehr oder weniger selbst ins Nest gelegt. Die Zahl der individuellen Fehler war auffällig, und Mike Hoffmann probierte bereits drei Torleute aus. Die Gimter halten es bislang mit den Bayern: Erst zwei Gegentore in sieben Spielen, zuletzt gelang das der SG Lenglern bei ihrem 1:4 vor sechs Wochen!

Die Taktik

Die SG Werratal setzt auf ein 4-2-3-1-System mit offensiven Außen im Mittelfeld. Mike Hoffmann wünscht sich dabei einen geordneten Spielaufbau: Aus der Abwehr sollen die Bälle zu den beiden Sechsern gelangen, von wo die Offensivspieler eingesetzten werden. Zuletzt gegen Sülbeck klappte das nicht. Zum einen, weil die Abwehr trotz ihrer Routine sehr überhastet agierte, zum anderen, weil der Hedemündener Platz derzeit viele Unebenheiten aufweist, was spielerische Akzente erschwert.

Der Tuspo setzt auf ein klassisches 4-4-2 mit zwei beweglichen Stürmern und individuell starken Außen im Mittelfeld. Hier zieht Ervin Glogic in der Zentrale die Fäden.

Die Motivation

Nichts wäre für die SG Werratal vermutlich schöner, als den ersten Saisonsieg einzufahren und gleichzeitig dem Tuspo die erste Niederlage beizubringen. Die Moral bei der SG stimmt. Das bewies sie in der zweiten Halbzeit gegen Sülbeck. Im Gimter Lager war beim 1:1 gegen die Bergdörfer etwas zu viel Lockerheit zu spüren. „Die Einstellung muss besser werden“, meint Weise, „aber das dürfte am Sonntag ja nicht das Thema sein.“

Die Favoritenrolle

Sollte aufgrund der Tabellenlage klar verteilt sein. Doch Matthias Weise meint: „In solchen Spielen gibt es keinen Favoriten.“ Mike Hoffmann sieht die Sache anders. Er sagt: „Dass Gimte favorisiert ist, ist logisch. Für mich sind sie der Meisterschaftskandidat überhaupt.“ Hoffmann wünscht sich, dass seine Mannschaft sich nicht wieder „einlullen“ lässt und wie beim 1:2 im vergangenen März viel zu spät aktiv wird.

Die Personallage

Hart trifft die Werrataler der Ausfall von Kapitän Marc Glatter (5. Gelbe Karte) und Bahattin Savran (krank). Fragezeichen stehen hinter den angeschlagenen Cesur Yazici und Stürmer Samih Bisevac.

Beim Tuspo verpasst Kapitän Dennis Behrens aufgrund dienstlicher Verpflichtungen zum wiederholten Mal ein Altkreisderby. Außenverteidiger Christian Wedel ist privat verhindert. Mal sehen, wer die Ausfälle besser wegsteckt.

Von Manuel Brandenstein

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