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Blitz und Donner statt Tore

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Da wurde noch gespielt: Rehdens Mehmet Koc (am Ball) wird von den Göttingern Patric Förtsch (rechts) und Robert Huck gedoppelt. Foto: Jelinek
Da wurde noch gespielt: Rehdens Mehmet Koc (am Ball) wird von den Göttingern Patric Förtsch (rechts) und Robert Huck gedoppelt. Foto: Jelinek

Göttingen. Um 16.45 Uhr hatte Schiedsrichter Sven Binder genug. Der Unparteiische aus Hameln entschied sich bei der Fußball-Oberligapartie zwischen dem RSV Göttingen 05 und dem BSV Rehden für einen Spielabbruch. Blitz und Donner, dazu ein anhaltender, heftiger Regenguss machten nach zweimaliger Unterbrechung eine Fortsetzung des Spiels unmöglich. Ungewöhnlich und selten, aber dennoch vollkommen nachvollziehbar.

Was auch die beiden Trainer so sahen. „Einen Abbruch habe ich in meiner langen Karriere auch noch nicht erlebt. Wir hätten gerne weiter gespielt, aber die Sicherheit für die Spieler geht vor“, meinte Rehdens Jürgen Stoffregen über die Entscheidung, die auch Jozo Brinkwerth voll akzeptierte. „Der Schiedsrichter muss entscheiden und wir müssen das dann akzeptieren. Wenn etwas passiert, dann muss der Unparteiische das verantworten.“

Sichere 05-Defensive

Bis dahin hatten die rund 300 Zuschauer im Maschpark eine in der Defensive stark verbesserte Gastgeber-Mannschaft gesehen, die in der Offensive aber blass blieb. Bloß kein Risiko eingehen, lautete das Motto des Viertletzten, der die einzige RSV-Spitze Özkan Beyazit meist mit Flugbällen in Szene setzte. Ein untaugliches Mittel, denn der 05-Stürmer konnte kaum einen Ball behaupten. Und wenn doch, dann fehlten vorne die Anspielstationen.

Der Tabellenvierte aus Rehden diktierte deshalb das Geschehen, ohne selbst zu glänzen. Denn weil die 05-Abwehr um die Innenverteidiger Christian Horst und Julian Keseling sicher stand, bekamen die Zuschauer in den ersten 45 Minuten nur eine Chance von BSV-Angreifer Mehmet Koc zu sehen, dessen Schuss vorbeizielte (43.).

Pünktlich zum geplanten Anpfiff zur zweiten Hälfte machte dann das Gewitter allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung. Die Spieler kehrten für 25 Minuten zurück in die Kabinen und die Zuschauer suchten Schutz in ihren Autos. Als es dann weiterging, nahm die Partie endlich an Fahrt auf. Rehdens Angreifer Erdal Ölge zielte aber ebenso knapp am 05-Tor vorbei (47.), wie auf der anderen Seite zweimal 05-Stürmer Beyazit (49./ 50.). Und weil Blitz und Donner wieder zunahmen, schickte der Unparteiische die Spieler erneut für zehn Minuten ins Trockene, um anschließend den Abbruch zu verkünden.

Jetzt wird die Partie nachgeholt, ein Termin steht noch nicht fest. Durchaus ärgerlich für beide Klubs, wie Beyazit meinte. „Das ist bitter für uns, einen Punkt hätten wir heute mindestens geholt. Das ist aber auch schlecht für den BSV, der jetzt vermutlich während der Woche bei uns zum Nachholspiel antreten muss. Dann aber hoffentlich im Jahnstadion.“

Von Ralf Walle

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