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Grone und 05 achtbar gegen 96

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Stark im Zweikampf: Hannovers Jan Schlaudraff (am Ball) gegen Grones Jan-Paul Kleinschmidt (links) und Mirko Karanovic.
Stark im Zweikampf: Hannovers Jan Schlaudraff (am Ball) gegen Grones Jan-Paul Kleinschmidt (links) und Mirko Karanovic.

Göttingen. Bei den „Roten“ glänzt noch nicht alles golden. 5:0 gegen den Landesliga-Aufsteiger FC Grone am vergangenen Freitag, dann ein 3:0 gegen den Oberligisten RSV Göttingen 05 - das waren noch durchwachsene Auftritt des Fußball-Bundesligisten aus der Landeshauptstadt, der seit vergangenem Freitag und noch bis morgen Mittag im Hotel „Freizeit In“ logiert und sich nach zwei Jahren wieder einmal die Ehre in Südniedersachsen gab - auch um ein bisschen Zuschauerwerbung zu betreiben.

Dass die 96er gegen die beiden unterklassigen Teams keine Glanzleistung abliefern würden, lag indes auch auf der Hand. Im Training sind sie erst seit vergangenem Mittwoch, so dass die Partien dem derzeitigen Stand entsprechend verliefen. Zudem hatte Trainer Mirko Slomka auch sechs namhafte Akteure nicht dabei: Torwart Ron-Robert Zieler, Steven Cherundolo, Moa Abdellaoue, Didier Ya Konan, Mame Diouf und Artur Sobiech fehlten noch. Abdellaoue trudelte am Samstagabend ein, Ya Konan gestern.

Und heute Abend wird’s ganz fernöstlich: Dann stellt sich Hiroki Sakai erstmals in Deutschland vor. Im Anflug mit dem Japaner (Fußballer des Jahres in seiner Heimat) werden rund 50(!) japanische Medienvertreter sein, die bei der Pressekonferenz im Hotel seine ersten Statements aufsaugen wollen. Für die Groner und 05er eine völlig andere Fußball-Welt.

Ihre bestand am Freitag und Samstag aus aufopferungsvollem Kampf, der viel Anerkennung auch von Slomka nach sich zog. Doch ernsthaft in Schwierigkeiten bringen konnten sie die „Roten“ kaum. „Wir haben gegen 05 etwas konzentrierter gespielt als am Freitag. Uns fehlte eben die Sturm-Gewalt.“ Womit er eben auf die fehlenden Angreifer anspielte.

Gegen Grone zeigten die 96er am Freitag eine ordentliche erste Hälfte, ehe sie nach der Pause doch deutlich nachließen. Der Schweizer Neuzugang Adrian Nikci fehlte dabei noch, war aber Samstag gegen 05 am Ball, ehe er sich verletzte. „Wohl eine muskuläre Geschichte“, vermutete Slomka zunächst Gestern stellte sich heraus: Muskelfaserriss, drei Wochen Pause - bitter in der Vorbereitung. Ebenfalls nicht im 96-Dress war Lars Stindl, der geschont wurde.

Kein zweistelliges Ergebnis

„Das 0:5 ist für uns super und ein Erfolg“, lächelte Grones Coach Goran Andjelkovic. „Wir wollten nicht zweistellig verlieren.“ Dass so viele Spieler eingesetzt wurden, war der Tatsache geschuldet, dass die Abgänger als Dankeschön nochmals auflaufen durften, ebenso wie die Neuzugänge sich erstmals zeigen konnten.

Gab es gegen Grone noch einen krassen Unterschied, bot der RSV 05 dem erneuten Europa League-Starter (erste Quali am 2. und 9. August) weitaus mehr Gegenwehr. Oberliga-Torjäger „Ötze“ Beyazit prüfte 96-Keeper Miller mit einem tollen Freistoß, Innenverteidiger Christian Horst scheiterte mit einem schönen Kopfball ebenfalls nur knapp. Auch gegen den Fünftligisten agierte 96 vor dem Wechsel engagierter als danach. „Gegen 96 dürfen wir 0:3 verlieren“, blieb 05-Trainer Jozo Brinkwerth gnädig.

Milde gestimmt war auch Organisator Lutz Renneberg. Am Freitag 1196 Zuschauer kurz nach einem heftigen Gewitter, am Samstag 2207 - damit verfehlte er die erhofften 3500 Fans zur Kostendeckung nur knapp. „Wir kommen aber ganz gut raus“, meinte Renneberg. Ein Flugblatt von 05-Fans, die sich über die Austragung auf der „Bolzwiese am Rehbach“ und die Preise (12 Euro Erwachsene, 8 Euro ermäßigt) mokierten, blieb eine zu vernachlässigende Marginalie.

Ärztliche 96-Hilfe

Dafür gab’s am Freitag noch eine schöne Geste: Als sich Grones Neuzugang Adem Bozkurt (aus Hann.-Münden) verletzt hatte, leistete der neue Teamarzt der „Roten“, Dr. Bernd Brexendorf, erste Hilfe. Die Kniescheibe war herausgesprungen. Manchmal sind die Unterschiede zwischen erster und sechster Liga eben nur klein. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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