Torhüter Tobias Orth kehrt mit Sandershausen am Sonntag an seine alte Wirkungsstätte in Vellmar zurück

Er hat noch Handschuhe im Spind

Damals noch beim OSC Vellmar: Tobias Orth (rechts) berät sich mit Kumpel und Kapitän Christian Wollenhaupt in der Hessenliga-Partie des OSC gegen die Spvgg. 05 Oberrad. Foto: Fischer

Niestetal/Vellmar. Kommenden Sonntag ist es soweit: Tobias Orth absolviert nach seinem Rücktritt im Sommer erstmals wieder ein Fußballspiel – jetzt für seinen neuen Verein TSG Sandershausen. An und für sich nichts Ungewöhnliches, wären da nicht Spielort und Gegner.

Denn Gruppenligist Sandershausen gastiert am Sonntag ab 14.30 Uhr auf dem Kunstrasenplatz in Vellmar und trifft auf die Reserve des OSC. Auf eine Mannschaft jenes Klubs, für den der 31-jährige Orth bis zum Sommer in der Hessenliga zwischen den Pfosten stand. Vergangenheit

Bevor Orth, ein gebürtiger Witzenhäuser, 2010 nach Vellmar wechselt, hat er seine Klasse schon bei einigen Klubs unter Beweis gestellt.

Seine Stationen: SSV Witzenhausen, TSG Wattenbach, SV Bovenden und FSC Lohfelden. 136 Mal läuft er für den OSC in der Hessenliga auf. Mehr Spiele kann nur sein Kumpel Christian Wollenhaupt vorweisen, der Kapitän der Mannschaft. Orths größter Erfolg war die Vizemeisterschaft in der Saison 2013/14. „Da hat einfach alles gestimmt. Wir haben sportlich und menschlich toll zusammengepasst“, sagt Orth rückblickend.

Dass er im Sommer 2016 seine Karriere im Alter von 30 Jahren beendet, hängt damit zusammen, dass er schon viele Verletzungen erleiden musste und der Hunger auf Fußball so ein wenig ausgeblieben ist. Gegenwart

In den vergangenen Monaten betätigte sich Tobias Orth weiter sportlich. Nach der Arbeit – der Vellmarer übt den Beruf des Groß- und Einzelhandelskaufmanns in einem Kasseler Autohaus aus – ging er entweder ins Fitnessstudio, besuchte seine Freundin, die die Woche über in Paderborn lebt, oder kümmerte sich um seine Nachfolger beim OSC. Einmal pro Woche bot er ein Torwarttraining für Tobias Schlöffel und Alexander Bayer an. Über eine Rückkehr zwischen die Pfosten machte er sich keine Gedanken – bis die TSG Sandershausen an ihn herantrat. Bei der TSG hatte sich inzwischen Torwart Oscar Bastida Arbiol verletzt. Danach bemühte sich deren Trainer Friedhelm Janusch intensiv um Orth. Der schließlich zusagte: „Ich fühle mich in Sandershausen schon heimisch. Das Umfeld stimmt.“ Sogar mit einigen Akteuren aus dem aktuellen Kader hat er bereits in Vellmar zusammengespielt. „Mein Ehrgeiz“, ergänzt der 31-Jährige „ist groß. Ich glaube fest daran, dass wir noch ein gewichtiges Wort um den Aufstieg mitreden werden.“ zukunft

Nein, mulmig ist ihm vor der Partie am Sonntag nicht. Im Gegenteil: „Ich freue mich auf das Spiel, ich hoffe nur, ich finde die Gäste-Kabine.“ Denn: Der Schlussmann hat noch einen Spind beim OSC – darin ist alles, was ein Keeper so braucht.

Ihm ist bewusst, dass sein neues Team als Favorit in die Partie gegen den Neunten der Liga gehen wird. „Wenn wir noch ein Wort um den Aufstieg mitreden wollen, müssen wir gegen die junge Mannschaft gewinnen“, hofft er auf einen Erfolg seiner Mannschaft. Nachdem zuletzt zwei Spiele der Niestetaler ausgefallen waren, stellt sich nur die Frage, ob der Rhythmus nicht verloren gegangen ist. Die Partie der Hinrunde gewann der Favorit mit 5:2.

Von Horst Schmidt

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