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Held mit gebrochener Nase

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Abklatschen mit den Fans: RSV 05-Torwart Dennis Koch genoss am vergangenen Samstag trotz seiner Gesichts-Verletzung die Gratulationscour nach dem 1:0 gegen den SV Holthausen/Biene. Foto: Jelinek
Abklatschen mit den Fans: RSV 05-Torwart Dennis Koch genoss am vergangenen Samstag trotz seiner Gesichts-Verletzung die Gratulationscour nach dem 1:0 gegen den SV Holthausen/Biene. Foto: Jelinek

Göttingen. Er war der Held des bereits dritten Sieges des RSV Göttingen 05: Dennis Koch (22) hielt beim 1:0-Sieg in der Fußball-Oberliga gegen den SV Holthausen/Biene gut 30 Minuten mit einer gebrochenen Nase durch. Der Torwart war das sichere Rückgrat der Schwarz-Gelb-Grünen - fuhr aber gleich nach dem Duschen und Umziehen ins Klinikum, um sich untersuchen zu lassen. Nach Möglichkeit will er aber trotz der Verletzung am kommenden Samstag wieder im 05-Tor stehen, wenn sein Team sich auf die 370-Kilometer-Reise zum am weitesten entfernten Auswärtsspiel nach Emden macht.

Die Göttinger hatten sich die Szene, die zu Kochs Verletzung führte, die mehr als fünf Minuten lang behandelt werden musste, allerdings selbst eingebrockt. Der Ball war in der Biener Hälfte, doch Grimaldi passte den Ball in der Furcht, ihn zu verlieren, zurück. Die Kugel kam zu Keseling, der gefährlich zu Koch zurücklegte. Bienes Sturm-Riese Frank Gerdelmann spritzte dazwischen, hatte das Bein aber viel zu hoch und trat Koch ins Gesicht.

Stollen quer über die Nase

„Ich wollte Keselings Rückpass klären, doch ich bekam den Stollen quer über die Nase gezogen“, erinnert sich der RSV-Torwart. „Ich hatte ein bisschen Schmerzen, wollte aber nach der Behandlung zeigen, dass ich gewillt war, weiter zu spielen.“

Koch weiter: „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Die Abwehr hat gut geackert. Hoffentlich ist jetzt der Knoten bei uns geplatzt.“

Apropos Abwehr: Ganz stark präsentierte sich gegen Holthausen das Innenverteidiger-Pärchen Christian Horst/Julian Keseling. Mit ihrer Körpergröße zeigte das Duo Präsenz, hatte trotz des Biener Hünen Gerdelmann die absolute Lufthoheit. Mit langen Bällen nach vorn leiteten sie wiederholt Göttinger Gegenangriffe ein.

Horst blieb dennoch bescheiden: „Die Teamleistung war entscheidend. Das waren ja Welten gegenüber dem 0:4 gegen Cloppenburg“, zog der Nörtener einen Vergleich zu der ersten Heimniederlage der Saison beim Saisondebüt. „Wir haben auch verdient gewonnen“, strich Keseling heraus. „Unser 4-3-3-System kommt uns jetzt auch entgegen.“ Horst fand noch einen weiteren Aspekt: „Ein Vorteil war für uns gegen Biene, dass wir wieder in Führung gegangen sind.“

Nur einer war nicht zu 100 Prozent gut gelaunt. „Ich sag´ lieber nichts“, meinte ausgerechnet Siegtorschütze Özkan Beyazit (jetzt sechs Saisontreffer). Er war angefressen darüber, dass 05 bei den vielen Kontern nicht das entscheidende zweite Tor nachgelegt hat; dass man da zu nachlässig agiert habe. Erst mit etwas Abstand empfand auch „Ötze“ doch noch Freude über die nun neun Göttinger Punkte. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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