Hinrunden-Bilanz der Hessenliga: Abstiegskampf und Traumtore

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Im direkten Duell: Lohfeldens Pere Pavic (links) versucht einen Schuss des Baunatalers Ingmar Merle (Mitte) zu blocken. Dahinter steht noch FSC-Torwart André Schreiber.

Die Hinrunde in der Fußball-Hessenliga ist für die drei heimischen Mannschaften abgeschlossen. Der KSV Baunatal und der OSC Vellmar standen bereits in 17 Begegnungen auf dem Feld und sind schon in die Rückrunde gestartet.

Der FSC Lohfelden hat durch die Begegnung im Hessenpokal gegen Wiesbaden eine Spiel weniger absolviert. Die Baunataler haben mittlerweile den Anschluss nach oben geschafft, nur drei Punkte Rückstand auf Rang drei. Für Lohfelden und Vellmar ist dagegen Abstiegskampf angesagt. Unten geht es eng zu, mit einer kleinen Serie könnten sich beide Teams aber auch schnell wieder Luft verschaffen. Die Hinrunden-Bilanz: 

KSV Baunatal

Endlich kehrt Konstanz ein

• Das war gut: Die Baunataler blieben zu Beginn viermal ungeschlagen. Auch die letzten fünf Partien überstanden sie ohne Niederlage, kassierten dabei nie mehr als einen Gegentreffer und bewiesen Konstanz, die ihnen zwischendurch und in der enttäuschenden vorigen Runde abging. Nicht umsonst steht der KSV um neun Punkte und fünf Tabellenränge besser da als vor einem Jahr. Auffällig waren zudem einige Traumtore von Ingnar merle

• Das war schlecht: Nach gutem Auftakt präsentierte sich das Team von Trainer Tobias Nebe wankelmütig. Einer guten Leistung folgte meist eine schwache, einem Sieg eine Niederlage.

• Der Spieler der Hinrunde: Ein Tor glückte ihm seit 2015 in Baunatal noch nicht. Malte Grashoff zeichnen andere Qualitäten aus. Der 24-Jährige interpretiert seine Rolle als Sechser in optimaler Weise. Im defensiven Mittelfeld zieht er dem Gegner im Zweikampf den Zahn, nach vorn setzt er seine Nebenleute in Szene und lenkt die Aktionen.

• Das war kurios: Geärgert hat er sich über sein Missgeschick selbst am meisten. Bei der ohnehin peinlichen 2:3-Heimniederlage im September gegen Ederbergland kam Till Neumann in der 74. Minute aufs Feld. Fünf Minuten und zwei Fouls später musste er mit Gelb-Rot schon wieder gehen und auf der Tribüne Platz nehmen. Er war untröstlich.

FSC Lohfelden

Umbruch ist zu spüren

• Das war gut: Die Defensive. 28 Gegentreffer sind im Vergleich zu den Mannschaften, die hinter Lohfelden stehen, gut. Außerdem lässt sich das Team von Trainer Otmar Velte nicht aus der Ruhe bringen und zeigt die richtige Einstellung. Das wurde zuletzt beim Heimspiel gegen Frankfurt deutlich: Auch wenn die Lohfeldener kurz vor Schluss in Rückstand gerieten, ließen sie sich nicht hängen und erzielten noch den Ausgleich.

• Das war schlecht: 24 eigene Tore sind zu wenig. Vor allem deswegen, weil die Lohfeldener oft gut spielen, in Führung gehen, diese Ausgangsposition dann aber wieder verschenken, weil sie nicht konsequent genug auf den zweiten Treffer gehen. In dieser Hinsicht ist der Umbruch im Sommer zu spüren. Einige hochkarätige Spieler verließen den Verein. Zum Beispiel ein Adrian Bravo Sanchez (zum KSV Hessen Kassel), der mittlerweile gezeigt hat, dass er Regionalliga-Format besitzt. Zudem haben einige Stützen noch nicht die Form der Vorsaison erreicht.

• Der Spieler der Hinrunde: Lukas Iksal. Der 22-Jährige kam von CSC 03 aus der Gruppenliga und hat sich zwei Klassen höher schnell gut eingefunden. Mit vier Treffern zweitbester Torschütze des FSC, dazu schnell und technisch stark. Ein absoluter Gewinn.

• Das war kurios: Der 4:3-Sieg in Seligenstadt. Sieben Treffer in einem Spiel - und alle fielen in Halbzeit eins.

OSC Vellmar

Schlöffel eine Bank

• Das war gut: Dem OSC Vellmar glückte ein Saisoneinstand nach Maß. Beim Nachbarn FSC Lohfelden gewann die Elf von Trainer Mario Deppe 1:0. Dass es nicht so erfolgreich weitergehen würde, war den Vellmarern angesichts des dünnen Kaders klar. Immerhin punkteten sie meist gegen die direkten Konkurrenten und holten einige Zähler gegen Teams von oben. Zudem kam der OSC nicht nur über den Kampf, sondern versuchte sich mit spielerischen Mitteln.

• Das war schlecht: Vor allem in der Abwehr musste Deppe seine Elf immer wieder umstellen. Und das, obwohl personelle Alternativen kaum vorhanden waren. Kein Wunder, dass es hier oft an der Abstimmung mangelte. Bitter waren die vermeidbaren Heimniederlagen gegen Ederbergland und Hadamar.

• Der Spieler der Hinrunde: Auf ihn war Verlass: Der vom KSV Baunatal gekommene Schlussmann Tobias Schlöffel erwies sich als Volltreffer und bewahrte den OSC häufig vor weiteren Gegentoren.

• Das war kurios: Es waren die bittersten 90 Minuten der Vellmarer seit langem. Viel ausgerechnet hatten sie sich am 22. Oktober zu Hause gegen Spitzenreiter Hessen Dreieich ohnehin nicht. Doch sie verfehlten ihr Minimalziel, die Niederlage in Grenzen zu halten. Weil sie sich kaum wehrten, lagen sie bereits zur Pause 0:5 hinten und verloren 0:8.

Hintergrund:

Weit unten beim Zuschauerschnitt

Das Portal www.fupa.de hat eine Zuschauertabelle der Hinrunde erstellt. Dementsprechend steht Baunatal auf Rang zehn (durchschnittlich 250 Zuschauer), Vellmar auf elf (220) und Lohfelden auf zwölf (207) im Vergleich der 17 Hessenligisten.

Von Wolfgang Bauscher und Maximilian Bülau

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