Hessenligist Vellmar unterliegt Nachbar Baunatal trotz guter Leistung 1:4 - Doppeltorschütze Merle

Das 0:2 war der Knackpunkt

Traf zweimal: Baunatals Ingmar Merle (vorn, leicht bedrängt von Vellmars Okan Gül). Im Hintergrund: (von links) Antonio Bravo Sanchez (KSV) sowie Marvin Steube und Christian Brinkmann (beide OSC). Foto: Fischer

Vellmar. Der eine Trainer war mit der Leistung seines Teams, nicht aber mit dem Ergebnis zufrieden. Der andere freute sich über das Resultat, konnte aber dafür dem Auftritt seiner Elf nicht so viel Positives abgewinnen. Nach dem 4:1 (1:0)-Sieg des KSV Baunatal im Derby der Fußball-Hessenliga beim OSC Vellmar war das Trainergespräch fast genauso kurzweilig wie das Spiel zuvor.

Das Fazit

„Das war eine sehr gute Vorstellung von uns. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal hier sitze und sage, wir hätten gegen Baunatal eine mangelnde Chancenverwertung gehabt“, erklärte Mario Deppe, der Coach der unterlegenen Vellmarer. Und bekam noch viel Anerkennung von seinem Gegenüber Tobias Nebe, der die „gute Arbeit und Perspektive“ des OSC unterstrich. Mit Blick auf seine Mannschaft stellte er fest: „Ich bin froh über die drei Punkte. Doch von dem guten Gesicht, das wir zuletzt gezeigt haben, war heute nicht viel zu sehen.“

Die Startphase

Zunächst trat nur ein Team wirklich in Erscheinung: das des Gastgebers. Wenn es nach zehn Minuten 1:0 für die Platzherren gestanden hätte: Keiner unter den 350 Zuschauern hätte sich verwundert die Augen reiben müssen. „Der Gegner hat uns in den ersten Minuten den Schneid abgekauft“, verdeutlichte Baunatals Torjäger Ingmar Merle. Nach kleineren Chancen für Kapitän Christian Wollenhaupt – er stand nach dreimonatiger Verletzungspause gleich in der Startelf – und Enes Glogic waren die Vellmarer kurz darauf dicht dran an der Führung. Pass Glogic, Schuss Enis Salkovic – den Ball konnte der starke KSV-Schlussmann Pascal Bielert so gerade noch an den Querbalken lenken (9.). Wie aggressiv sich die OSC-Akteure präsentierten, wurde beispielsweise in der 17. Minute deutlich, als der 19-jährige Simon Kauf schon jenseits der Mittellinie den Vorstoß von Antonio Bravo Sanchez stoppte.

Der erste Treffer

Es ist kein Geheimnis, dass die Baunataler über viel individuelle Klasse verfügen. Bei ihrem 1:0 kam sie zum Tragen: Scharfe Freistoßflanke von Bravo Sanchez, Kopfball Merle – Tor (29.). „Das war exemplarisch für diesen Nachmittag, bei uns springt das Leder vom Aluminium zurück ins Feld, bei Baunatal geht er unter die Latte und rein“, haderte Glogic. Zumal auch unmittelbar danach Vellmar nicht mit Fortuna im Bunde war: bei Chancen für Glogic und den emsigen Okan Gül (34.) sowie Egli Milloshaj (37.).

Der Knackpunkt

Durch Ausfälle von Spielern wie Sebastian Wagener und Stefan Matzenmiller musste der OSC mit einer Viererabwehrkette operieren, wie sie nie geplant war. Da kann es schon mal passieren, dass die Hintermannschaft unsortiert ist – wie in der 51. Minute. Merle stand in zentraler Position vollkommen frei und markierte sein achtes Saisontor. Zwar verwertete Glogic kurz darauf einen Abpraller nach Wollenhaupt-Hereingabe zum 1:2 (64.), letztlich war das 2:0 so etwas wie die Vorentscheidung in diesem Duell. „Wir haben die Tore zum rechten Zeitpunkt erzielt“, bemerkte Tobias Nebe.

Die Entscheidung

Merle war auch am dritten Erfolgserlebnis der Gäste beteiligt. Seine flach getretene Ecke in den Rücken der Abwehr nutzte Bravo Sanchez zu einem platzierten Schuss ins rechte Eck (76.). Der Schütze des 3:1 leitete das 4:1 ein: Den Konter über Janik Szczygiel schloss Kyung Ho Lee ab. Er überwand Tobias Schlöffel, der in der Schlussphase genauso wie Bielert auf der Gegenseite noch einige Paraden zeigen musste, zum 4:1. Was Deppe zur Erkenntnis trieb: „Es waren sehr unglückliche 90 Minuten.“

Von Björn Mahr

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