Fußball-Hessenliga: Der OSC steht gegen den Tabellenführer Hessen Dreieich auf verlorenem Posten

Vellmar beim 0:8 vorgeführt

Abgewehrt: Egli Milloshaj (links) klärt per Kopf. Maik Siebert macht vorsorglich mit. Foto: Fischer

Vellmar. Es gibt Fußballspiele, die schon vor dem Anpfiff entschieden sind. So konnten sich angesichts der Ausgangslage selbst die größten Optimisten keinen Erfolg des OSC Vellmar gegen den Hessenliga-Tabellenführer SC Hessen Dreieich vorstellen. Hier waren die Vellmarer, die auf ihre komplette etatmäßige Abwehrkette verzichten mussten, dort die Spieler von Trainer Rudi Bommer, deren Spielkunst in der Hessenliga ihresgleichen sucht.

Es kam, was kommen musste. Der OSC Vellmar wurde nach allen Regeln der Fußballkunst ausgespielt, lag schon nach einer halben Stunde 0:3 zurück und musste schließlich froh sein, dass der Endstand „nur“ ein 0:8 war. Staunend beobachteten die Vellmarer Akteure, wie ihre Gegenspieler nach traumhaft sicheren Kombinationen immer wieder dicht vor Tobias Schlöffel auftauchten und dem Torwart nur selten die Gelegenheit ließen, einen Treffer zu verhindern.

Dabei glichen sich die Tore wie ein Ei dem anderen. Meistens liefen die Angriffe über Rechtsaußen Zubayr Amiri, der mit einem seiner Kollegen einen Doppelpass spielte, um dann Tino Lagator, Loris Weiß, Toni Reljic oder Niko Opper zu bedienen, die keine Mühe hatten, den Ball im Vellmarer Tor unterzubringen.

Unterdessen blickt Mario Deppe nach vorn. „So eine Klatsche kann heilsam sein. Wir müssen das 0:8 als Lektion akzeptieren“, sagt Vellmars Trainer. Und rückblickend: „Etwas mehr Gegenwehr hätte ich mir schon gewünscht.“

Deppe bemängelte zudem taktische Disziplinlosigkeiten seiner überforderten Spieler, von denen nur Schlöffel und Innenverteidiger Benjamin Musick der Normalform nahe kamen. Zum Klassenunterschied und Vellmarer Verletzungspech gesellte sich auch, dass die Bommer-Mannschaft besonders motiviert war. „Wir hatten nach der Niederlage gegen Fulda viel gutzumachen“, sagte Dreieichs Trainer.

Dessen Spieler hatten - so sah es jedenfalls aus - in den zweiten 45 Minuten Mitleid mit den Vellmarern. Die gefahrbringenden Kombinationen wurden seltener, einige Torchancen wurden leichtfertig vergeben, und manchmal durfte der OSC sogar mitspielen. Das nutzten Enes Glogic und Niclas Thöne zu zwei Schüssen, die ihr Ziel nur knapp verfehlten.

Jetzt geht es für Deppes Mannschaft darum, sich nicht von der Bilanz der beiden letzten Spiele beirren zu lassen, denn gegen Rotweiß Frankfurt und den SC Hessen Dreieich gab es bei null Punkten 1:12 Tore.

Kleiner Trost: Vermutlich werden weder Frankfurt noch Dreieich in der kommenden Saison zu Vellmars Gegnern zählen. Beide Teams gehören dann sehr wahrscheinlich der Regionalliga an.

Von Gerd Brehm

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