Hessenliga-Fußballer des OSC zeigen Charakter und gewinnen gegen Urberach verdient 3:0

Vellmars Notelf meistert Kraftakt

Das Wichtigste fest im Blick: Vellmars Sebastian Wagener (links) im Zweikampf mit dem Urberacher Nils Wolf. Foto: Fischer

Vellmar. Hochrote Köpfe, hechelnde Atmung, schwere Schritte – die Erschöpfung war den Fußballern des OSC Vellmar anzusehen. „Das war ein echter Kraftakt“, sagte Sebastian Wagener nach schweißtreibenden 90 Minuten auf dem Sportplatz am Schwimmbad.

Doch diesen Kraftakt hat das Team von Trainer Mario Deppe mit Bravour gemeistert und den Hessenliga-Konkurrenten Viktoria Urberach verdient mit 3:0 (1:0) bezwungen. Nach vier sieglosen Partien verschafften sich die Nordhessen etwas Luft zum Tabellenkeller.

Damit war vor dem Anpfiff nicht zu rechnen. Denn Deppe musste eine Mannschaft aufbieten, für die der Begriff Not- elf erfunden wurde. „Von daher bin ich mit diesem Ergebnis sehr zufrieden“, sagte der OSC-Trainer. Das Niveau sei zwar nicht hoch gewesen, „aber die Jungs haben Charakter gezeigt und auf die Zähne gebissen“.

Mit der brutalen Hitze hatten beide Teams zu kämpfen. Urberachs Torwart Dennis Weinreich musste sogar nach 37 Minuten wegen eines Sonnenstichs ausgewechselt werden. Bei den Vellmarern kam hinzu, dass sich die personelle Misere immer weiter zuspitzt. Zusätzlich zu den zahlreichen Langzeitverletzten sagten unmittelbar vor der Partie auch noch die Offensivkräfte Rene Huneck und Enis Salkovic ab.

Somit hatte Deppe nur zwei Ersatzspieler zur Verfügung, und Sebastian Wagener, eigentlich Chef der Innenverteidigung, lief als Mittelstürmer auf. „Das war schon hart. Ich musste mehr laufen als sonst“, sagte der 27-Jährige. Der Aufwand hat sich gelohnt. In der 80. Minute erzielte er das 2:0. Egli Milloshaj hatte den Ball zuvor erobert und für Wagener aufgelegt. Der kommentierte nur: „Um ein Haar hätte ich das Ding noch verstolpert.“ Hat er aber nicht. Der fleißige Okan Gül setzte mit einem überlegten Schlenzer aus 20 Metern zum 3:0 den Schlusspunkt (88.). Wagener sagte: „Wir sind als Team zusammengewachsen und an unsere Leistungsgrenze gegangen.“

Schlöffel zur Stelle

Ansonsten war dieses Spiel nichts für Feinschmecker. Bis zur 20. Minute passierte – nichts. Dann kam Gäste-Torwart Weinreich gegen Enis Glogic zu spät, Schiedsrichter Timo Wlodarczak entschied auf Strafstoß, und der Gefoulte selbst sorgte für die Vellmarer Führung. In der Folge ließ der OSC kaum etwas zu, und wenn die Südhessen doch mal durchkamen, war Vellmars Schlussmann Tobias Schlöffel zur Stelle. „Er fühlt sich wohl bei uns. Er strahlt Selbstvertrauen aus“, lobte Deppe seinen Torwart. Den 3:0-Sieg fasste der Vellmarer Trainer so zusammen: „Drei Punkte geholt – alles ist gut.“

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