Hessenliga: Lohfeldens Trainer redet sich nach dem 1:2 gegen Seligenstadt in Rage

Velte haut auf den Tisch

Torschützen unter sich: Lohfeldens Maximilian Blahout (links) bedrängt Seligenstadts Carlos McCrary. Foto:  Fischer

Lohfelden. Otmar Velte hat im wahrsten Sinne des Wortes auf den Tisch gehauen. Als sich Lohfeldens Trainer nach der 1:2-Niederlage im Fußball-Hessenligaspiel gegen die Sportfreunde Seligenstadt so richtig in Rage geredet hatte, da wäre bald sein Getränk aus dem Glas gesprungen.

Aber warum war Velte so sauer? „Ich ärgere mich vor allem über die Gegentore, vor denen wir jegliche Ordnung verloren hatten“, sagt der Trainer. Die Szenen, die Velte in der Nacht von Samstag auf Sonntag bis in den Schlaf verfolgt haben, spielten sich in der 21. sowie 25. Minute ab und glichen sich wie ein Ei dem anderen gleicht.

21. Minute: Es gibt einen Flachabstoß, den Lohfeldens Torwart Maik De Coster ausführt, und es ist nicht die Schuld des Torwarts, dass der Ball wie ein Bumerang zurückkommt. Nach verlorenem Zweikampf im Mittelfeld landet das Spielgerät bei Seligenstadts Mittelstürmer Carlos McCrary. Der ist nicht zu stoppen und lässt De Coster per Flachschuss keine Chance – Seligenstadt führt 1:0.

25. Minute: Siehe oben – es steht 2:0 für die Sportfreunde.

Wer ein Fußballspiel zu nachlässig beginnt und seinem Überlegenheitskomplex nicht Herr wird, den bestraft der Gegner. In der ersten Halbzeit waren Lohfeldens Kicker in fast allen Zweikämpfen die zweiten Sieger, und nachdem sie aufgewacht waren, nutzte nur Maximilian Blahout seine Torchance. In der 77. Minute war der Abwehrspieler per Kopf erfolgreich. Kurz vor Schluss hatte Jarek Matys den Treffer zum 2:2-Ausgleich auf dem Fuß, aber sein Schuss war so schwach, dass Torwart Mike Wroblewski keine Mühe hatte, den Ball aufzunehmen. So blieb es schließlich beim 1:2.

Es ehrt Velte, dass er nicht nach Ausreden suchte. Aber es war ganz sicher kein Vorteil für seine Mannschaft, dass das Spiel auf dem Kunstrasenplatz neben dem Nordhessenstadion stattfinden musste.

Kunstrasenplatz? Von Kunstrasen ist auf dem Lohfeldener Hartplatz längst nichts mehr zu sehen, sodass die Bedingungen schwierig bis unzumutbar waren. Es lässt sich zwar nicht leugnen, dass auch die Gäste auf dem sogenannten Kunstrasenplatz spielen mussten, aber ihrem rustikalen Stil, der von kopfballstarken Mittelfeldspielern und schnellen Stürmern geprägt ist, kam der Untergrund des Platzes eher gelegen als den zur Überheblichkeit neigenden Lohfeldener Akteuren.

Jedenfalls war am Samstag zu sehen, dass es kein leichter Job ist, Lohfeldens Fußballer zu trainieren. Velte fürchtet unterdessen, dass sein Ärger bis zum kommenden Samstag, also bis zum Derby gegen den KSV Baunatal, anhält. Die Analyse des Auftritts seiner Mannschaft gegen Seligenstadt wird dem Coach wohl noch weitere schlaflose Nächte bescheren.

Von Gerd Brehm

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