Unser Spiel: Eltern sind nervöser als Kinder

Kleine Artisten Arm in Arm:  Olympia Kassel siegt in Staufenberg 

So sehen Sieger aus: Die F-Jugend von Olympia Kassel mit (hinten, von links) Piet Knieper, Luis Ufers, Kaan Nazim Kilic, Silas Quapp, Laszlo Petrowitz, (vorn von links) Jeremy Barget, Luca-Maurice Flister, Abdu Bousabeur und Koray Ergün Ari. Mit im Bild: Trainerin Saskia Schäfer. Alle Fotos: Hedler

Staufenberg. Mit einem Griff in die Sporttasche geht’s los. Ein Trikot nach dem anderen verteilt Saskia Schäfer an die neun Jungs, die sich in einem Halbkreis um ihre Trainerin versammelt haben.

Gleich ist Anpfiff für die F-Jugend von Olympia Kassel. Das Auswärtsspiel bei der JSG Nieste/Staufenberg ist das letzte vor den Herbstferien. Geschlossen gehen die Nachwuchskicker aufs Feld. Bilden einen Kreis. Torhüter Luca-Maurice stimmt den Schlachtruf an: „Ecke, Tor. Freistoß, Tor. Olympia, Tor. Tor, Tor, Tor.“ Die Trainerin richtet letzte Worte an jeden einzelnen. Gibt Ratschläge wie: „Versuche nicht über deinen eigenen Füße zu stolpern.“ Olympia hatte sich für die HNA-Serie „Unser Spiel“ beworben, und wir haben das Team am Samstagvormittag begleitet.

Dann der Anpfiff. Gespielt wird in dieser Altersklasse noch ohne Schiedsrichter. Zwar scheuen auch die Kleinen keinen Zweikampf, Diskussionen untereinander aber gibt’s nicht. Am Spielfeldrand feuern Mütter, Väter, Omas die jungen Olympia-Fußballer an, sorgen für Stimmung wie bei einem Heimspiel. Er sei aufgeregter als sein Sohn, verrät Korays Papa Ergün Ari. „Mach richtig Dampf heute“, ruft er Koray hinterher. Obwohl sie die Gäste sind, übernehmen die Kasseler sofort das spielerische Kommando.

An der Seitenlinie tigert die Trainerin von links nach rechts, gibt Ratschläge, beruhigt. Immer wieder wechselt sie ihre Spieler durch, die alle wie kleine Artisten mit dem Fußball umgehen. Und: „Sie können auf vielen Positionen spielen“, erklärt Schäfer. „Hab ich den Freistoß gut gemacht? Der ging fast ins Eck“, will Koray von Abdu wechseln. Die beiden sitzen auf der provisorischen Auswechselbank einer Bierzeltgarnitur. Einzig Tore bleiben in der ersten Halbzeit Mangelware.

„Wir gehen da jetzt gleich raus und werden so was von Tore schießen“, motiviert Schäfer. Durchgeschwitzt und in ihren grünen Olympia-Jacken sitzen die Jungs in der halbüberdachten Trainerkabine und schauen zu Schäfer auf.

Die Ansprache zeigt Wirkung. Jeremy bricht in der 24. Minute den Bann, Silas erhöht schnell auf 2:0. Kurios das 3:0: Piet verwandelt einen Eckball von links direkt (42.). Das zwischenzeitliche 1:3 ist schnell vergessen. Denn erst stellt Silas mit dem 4:1 nach einem schönen Solo über den rechten Flügel wieder den alten Drei-Tore-Abstand her, bevor Luis kurz vor dem Abpfiff sogar noch zum 5:1 trifft. „Gut gespielt“, sagt Tahir vom chancenlosen Gastgeber nach dem Abpfiff und klatscht sich mit allen Olympioniken ab.

„Das waren schöne Spielzüge. Auch der körperliche Einsatz war okay. Aber an Konzentration fehlte es noch“, zieht Schäfer Bilanz. Später wird sie Schulnoten vergeben für Stellungsspiel, Pässe, Ballannahme und Körpereinsatz. „Im Training besprechen wir das.“

Silas verlässt grinsend den Platz. Für ihn hat sich dieses Spiel ausgezahlt. Für jedes Tor wandern zwei Euro in sein Sparschwein.

Unser Spiel: F-Junioren von Olympia Kassel zum Auswärtsspiel bei JSG Nieste

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