Geschlagen und überholt

Jan Hanstein zieht ab: Sein Schuss fand zwar nicht den Weg ins Weiteröder Tor, am Ende hatte die SG Rotenburg/Lispenhausen trotzdem das Nachbarschaftsduell mit 2:1 für sich entschieden. Foto: Walger

Lispenhausen. Das Derby lebte von der Spannung. Der Gast aus dem Bebraer Stadtteil schwächte sich mit einer Ampelkarte selbst.

Es war ein nicht hochklassiges, aber immer spannendes Altkreisderby der Fußball-Kreisoberliga. Nach zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten hatte die SG Rotenburg/Lispenhausen den ESV Weiterode mit 2:1 (2:0) bezwungen. Mir dem Sieg zog die SG in der Tabelle am Gegner vorbei und riss ihn gleichzeitig mit in den Abstiegsstrudel.

Die Platzherren eröffneten die Partie druckvoll und legten dabei einige Lücken in der ESV-Abwehr bloß. Auch wenn zwischendurch Weiterodes Kerem Kardas mit seinem Kunstschuß an SG-Keeper Stefan Künzl scheiterte (14.) - die SG blieb im Vorwärtsgang und ging völlig verdient in Führung. Nach einem Weber-Solo und anschließender Kanngießer-Ecke, traf Alexander Wahl per Kopf zum 1:0 (18.).

Da bei den Gästen weiterhin Pässe und Laufwege nicht zusammenpassten, schien das 2:0 für die SG nur eine Frage der Zeit. In der 25. Minute fiel es auch. Wieder durch einen Kopfball. Nachdem Maximilian Weber gestoppt worden war, zirkelte er die anschließende Ecke genau auf Marcel Möller, der ins Netz traf.

Die Platzherren marschierten weiter. Nach einem Kanngießer-Solo rasierte sein Flachschuss den Außenpfosten (27.). Kurz darauf war die ESV-Abwehr wieder im Tiefschlaf. Keeper Daniel Roppel hielt sich und seine Vorderleute bei Kanngießers fulminantem Schuss mit einer Glanzparade im Spiel (34.). Woran es in dieser ersten Halbzeit bei den Gästen haperte, brachte ESV-Abwehrchef mit seinem Ausruf „Leute, die Abstände sind zu groß“, auf den Punkt. Besserung trat im zweiten Abschnitt ein. Der sehr agile Kevin Kurz setzte sich auf der rechten Seite durch und wurde im Strafraum gelegt. Den fälligen Strafstoß versemmelte er allerdings (50.).

Kurz darauf hatte SG-Keeper Künzl mit einem Kardas-Freistoß größte Mühe (54.). Der ESV blieb am Drücker und hatte plötzlich Überzahl, weil der schon verwarnte Steffen Kanngießer nach einem nicht ersichtlichen Foul die Rot-Gelbe Karte bekam (64.).

In die ESV-Grangperiode dann plötzlich fast das 3:0. Nach einem Leinhos-Fehler scheitert Leopold Schaar am goldrichtig stehenden ESV-Keeper Roppel (68.). In der 71. Minute fiel dann der längst fällige Anschlusstreffer für den ESV: Leopold Schaar paßte genau auf Yannik Gilga, der versenkte den Ball flach zum 2:1.

Ärgerlich für den ESV, dass kurz darauf der starke Kevin Kurz einen Aussetzer hatte, einen Mitspieler anpflaumte und dafür die Ampelkarte sah (76.). Trotzdem wäre dem ESV fast noch der verdiente Ausgleich gelungen, als eine Grassmann-Flanke zum Torschuss wurde und auf dem SG-Querbalken tanzte (85.). Dann berührte ein Kardas-Schuss den Außenpfosten (86.). Im Gegenzug hätte die SG alles klarmachen können, als André Köthe Maximilian Weber glänzend bediente, der aber scheiterte (87.).

SG-Coach André Köthe sagte: „Unser Sieg ist verdient. Wir hätten nach dem 2:0 nicht zu selbstsicher werden dürfen. In der zweiten Halbzeit hätten wir bei den Kontern den Sack zumachen müssen.“

Weiterodes Co-Trainer Interimscoach Dominik Wiegandt sagte: „Ein Punkt für uns wäre verdient gewesen. In der ersten Halbzeit hatten wir keine Bindung zum Spiel. Obwohl der eingewechselte Kaval stark war, schwächen wir uns dann mit dem Platzverweis selbst. Wir waren heute nicht clever genug.“

SG Rotenburg/Lispenhausen: Künzl - Bilalli (80. Köthe), Möller, Schumacher, Goetzke, Kanngießer, Weber, Krah, Wahl, Hanstein (51. Wolf), v. Gintzel

ESV Weiterode: Roppel - Schaar, Pfau (53. Gilga), Leinhos, Agirman (85. Gök), Kurz, Freitag, Grassmann, Kardas, Gilga (30. Kaval), Thalmann

Tore: 1:0 Wahl (18.), 2:0 Möller (25.), 2:1 Gilga (71.)

SR: Boudin (Casdorf); Z: 200

Von Burghard Hauptmann

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