SG Wildeck empfängt die ebenfalls erstarkte FSG Bebra

Eine Szene aus dem letzten Derby zwischen der SG Wildeck (in Blau) und der FSG Bebra: Bebras Lulzim Mustafi wird hier von Kevin Adler genauestens beobachtet. Foto: Walger

Sandro Mohr, Trainer der SG Wildeck, hat gesehen, was mit einem breiten Kader alles möglich ist: Als wir den Trainer der SG Wildeck erreichten, war er gerade in München und freute sich, obwohl selbst nicht Bayern-Fan, auf das Champions-League-Spiel der Münchner gegen Rostow.

Die beiden Partien seiner SGW am Freitag (19 Uhr) gegen die FSG Bebra und am Sonntag (15 Uhr) gegen den SC Soisdorf, beide in Obersuhl, hatte er in München trotzdem schon im Blick. Und da bereitet ihm die Kadertiefe derzeit erhebliche Sorgen. Denn Torwart Alexander van Giersbergen erlitt beim 3:0 am Sonntag bei der SG Rotenburg/Lispenhausen einen Achillessehnenabriss. Er wurde bereits operiert und fällt lange aus.

Auch auf Abwehrmann André Kirschke (Bänderriss im Knöchel) müssen die Wildecker länger verzichten. Dazu ist Meik Dickmnann beruflich verhindert und Matthias Klatt rotgesperrt.

Wer im Tor stehen soll, ist die Frage für Mohr. Er hofft, dass Leif Herrmann, Torwart der Reserve, seinen Schichtdienst am Freitag tauschen kann, ansonsten muss, wie in der Schlussphase am Wochenende, Stürmer Steffen Rimbach zwischen die Pfosten. Immerhin: Am Sonntag gegen Soisdorf ist Leif Herrmann in jedem Fall verfügbar.

„Vier Punkte aus den beiden Spielen“ gibt Mohr auch unter den schwierigen Bedingungen als Ziel aus. „Bebra hat in Steinbach gewonnen und kommt sicherlich mit breiter Brust, die müssen wir ordentlich bearbeiten“, glaubt er. So wie die Rotenburger, von denen Mohr am Sonntag „etwas enttäuscht“ war. Nach 20 Minuten habe seine Elf die Partie im Griff gehabt. Gegen Schlusslicht Soisdorf, das gibt Sandro Mohr offen zu, ist das Ziel ein Sieg.

Doch zunächst geht es ja gegen die FSG Bebra. Und die reist mit Rückenwind an. Das 2:0 beim bisherigen Spitzenreiter SV Steinbach II war sichelich die dickste Überraschung des vergangenen Spieltages. Und sie hat eine Geschichte. Denn im Vorfeld hatte FSG-Trainer Andreas Gleim doch arge Probleme. Fast die gesamte Abwehr-Dreierreihe war zu ersetzen. Also beriet er sich eingehend mit dem erfahrenen Martin Silbermann.

Der bot an, sich ins Deckungszentrum zurückzuziehen. Das erwies sich als gute Idee. Hinzu kam, dass Bernjamin Iran sein Versprechen hielt, im Notfall einzuspringen. Er löste auf der einen Außenbahn seine Aufgabe ebenso glänzend wie Daniel Kaufmann auf der anderen. Und als der krasse Außenseiter aus Bebra sich nicht nur aufs Verteidigen beschränkte, sondern den Gegner auch beherzt attackierte, kamen die Steinbacher aus dem Staunen nicht mehr raus.

„Ich glaube, dass wir jetzt eine Zusammensetzung gefunden haben, die passt“, stellte Andreas Gleim gestern fest, um sich sogleich zu korrigieren. Denn er muss heute in Wildeck wieder eine veränderte Formation aufs Feld schicken. Diesmal fehlt von der Anfangself in Steinbach Hendrik Becker, dessen Platz Christoph Reyer einnimmt.

Dass seine Spieler nach ihrem Coup in Steinbach die Bodenhaftung verlieren, diese Sorge hat Andreas Gleim überhaupt nicht. „Aber sie haben mittlerweile begriffen, dass sie in der Lage sind, bis zur letzten Minute zu stürmen.“ Und sie sind bereit, dabei alles zu geben. Nach dem glorreichen 2:0 „war meine Mannschaft total platt“, hat ihr Coach beobachtet. Deshalb gab es in dieser Woche auch nur ein eher entspanntes Training. Schließlich haben die Bebraner ja eine Doppelbelastung vor der Brust.

Nicht auf der Rechnung

Denn am Sonntag um 15 Uhr kommt die SG Dittlofrod/Körnbach zur Bebraer Biberkampfbahn - und zwar als Tabellendritter. „So weit oben hatte ich die nicht auf der Rechnung gehabt“, räumt Andreas Gleim ein. Mal schauen, ob seine FSG beim zweiten Auftritt innerhalb von gut 40 Stunden noch frisch genug ist, die Männer aus dem Hünfelder Land in die Schranken zu weisen.

Von Rainer Henkel und Thomas Walger

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