Was war denn da los?

Schiri, nimm das Rot zurück: Gegenspieler vor Platzverweis geschützt

Kassel. In der Partie der Fußball-Kreisoberliga Kassel waren zwischen Lohfelden und Wilhelmshöhe 29 Minuten gespielt, da zog Schiedsrichter Dusko Vukoman die Rote Karte.

Sie galt dem Lohfeldener Kapitän Markus Kurka nach einer angeblichen Tätlichkeit. Kurz darauf nahm Vukoman (TSV Heiligenrode) die Karte nach Rücksprache mit dem Gefoulten aber wieder zurück. Wir haben deshalb gefragt: Was war denn da los?

Das war passiert

Es war die Partie des ambitionierten Dritten FSC Lohfelden II gegen den Zehnten TSG Wilhelmshöhe, als nach einer Eckballentscheidung für die Gastgeber FSC-Kapitän Markus Kurka in den Strafraum lief, um an den Ball zu kommen. Dabei kreuzte er den Weg mit dem zwei Köpfe kleineren Gegenspieler Gianluca Göbel. Als dieser zu Boden ging, eilte der Unparteiische herbei und zeigte dem Lohfeldener Mittelfeldspieler wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte. Nun kam es zu den üblichen Diskussionen. Der betroffene Wilhelmshöher Spieler zeigte dem Schiedsrichter daraufhin an, dass es kein Foul war, sondern es im Zweikampf zu einer unglücklichen Berührung kam, die aber aus seiner Sicht keine Tätlichkeit gewesen war.

Das sagen die Beteiligten 

„Obwohl Wilhelmshöhe zu diesem Zeitpunkt nach einer Roten Karte bereits in Unterzahl spielte, ist die Aktion nicht hoch genug zu bewerten. Ich ziehe vor Gianluca meinen Hut und sage auf diesem Weg noch mal danke“, zollte Markus Kurka seinem Gegenspieler auch am Tag danach erneut seine Hochachtung.

„Es war ein unglücklicher Umstand, dass sich unsere Wege kreuzten“, sagte der 22 Jahre alte Student der Politikwissenschaften, Wilhelmshöhes Stürmer Gianluca Göbel, der später selbst den Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2 erzielte. „Ich würde es immer wieder tun. Bei allem sportlichen Ehrgeiz sollte doch immer die Fairness im Vordergrund stehen“, fügte das TSG-Eigengewächs noch hinzu.

Wilhelmshöhes Trainer Manuel Gerland begrüßte das Verhalten seines Spielers: „Trotz allem Ehrgeiz Spiele zu gewinnen, sollte der Fair-Play-Gedanke immer eine Rolle spielen.“ Und weiter: „Ich würde mir wünschen, dass solche Aktionen Schule machen und auch in zukünftigen Spielen immer wieder mal vorkommen.“

Das ist noch passiert

Zum Zeitpunkt der Entscheidung führten die Gastgeber 1:0. Wilhelmshöhe konnte in Unterzahl ausgleichen, geriet allerdings erneut in Rückstand. Im Laufe der zweiten Halbzeit gelangen den Gästen zwei Treffer zur eigenen Führung, am Ende in der Nachspielzeit besorgten die favorisierten Lohfeldener dann aber noch den hochverdienten Ausgleichstreffer zum 3:3-Endstand.

Rubriklistenbild: © dpa

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