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Nur „Ötze“ stört Helmes-Torfest

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Halbes Dutzend von Patrick Helmes: Der Wolfsburger Torjäger (li.), der in der Rückrunde neun seiner zwölf Bundesliga-Tore schoss, versetzt hier Göttingens Innenverteidiger Julian Keseling. Von Bundestrainer Jogi Löw wurde der VfLer aber nicht für die EM berücksichtigt.
Halbes Dutzend von Patrick Helmes: Der Wolfsburger Torjäger (li.), der in der Rückrunde neun seiner zwölf Bundesliga-Tore schoss, versetzt hier Göttingens Innenverteidiger Julian Keseling. Von Bundestrainer Jogi Löw wurde der VfLer aber nicht für die EM berücksichtigt.

Göttingen. Zum Saisonabschluss nochmal einen Fußball-Bundesligisten zu Gast – das ist doch mal was! Sportlich hatte Oberligist RSV Göttingen 05 gestern Abend gegen den Erstliga-Achten VfL Wolfsburg allerdings nur die Nebenrolle. Die „Wölfe“ siegten mit 8:2 (3:2), obwohl sie nur mit einer besseren zweiten Mannschaft antraten. Und Trainer-/Manager Felix Magath hatte es auch nicht für nötig befunden, im Jahnstadion zu erscheinen. „Termine“, verlautete vom VfL.

7:0 in Gifhorn, 6:0 in Lüneburg, 2:0 in Goslar – so hatte der VfL die ersten drei seiner fünf „Nach-Saison-Tests“ absolviert. Alle ohne Gegentor, was man von einem Erstligisten erwarten darf. Morgen endet Wolfsburgs „Tingel-Tour“ durch die Provinz bei BW Neuenhofe (Sachsen-Anhalt).

Mit der Zu-Null-Serie war es gestern für den VfL aber schnell vorbei. Nach nur fünf Minuten gelang Özkan Beyazit wieder mal eines seiner „Schlitzohr-Tore“: Aus 40 Metern lupfte er den Ball über VfL-Ersatzkeeper Marvin Hitz ins Netz – klasse, Ötze! Nach Patrick Helmes´ Ausgleich folgte dem ersten sogar noch das zweite Gegentor, als Christian Horst zum 2:1 (22.) flach in die lange Ecke traf. Apropos Helmes: Der in der Erstliga-Rückrunde erfolgreichste VfL-Torschütze (von Bundestrainer Löw für die EM aber nicht berücksichtigt) sorgte noch vor der Pause für die 3:2-Führung (37., 42.).

Noch ein zweites Dreierpack

Zur zweiten Hälfte kamen beim VfL sieben Neue aufs Feld. Sebastian Polter erhöhte auf 4:2 (51.), neben Knoche (73.) legte Helmes (68., 75., 78.) bei seinem Torfest noch drei weitere Treffer zum standesgemäßen Sieg des VfL nach.

Für die Göttinger kam dieses ebenso ungewöhnliche wie kurzfristig vereinbarte Match zu günstigen Konditionen zustande. Statt einer sonst üblichen Garantiesumme, die bei Teams wie Wolfsburg oder Hannover 96 für gewöhnlich um die 30 000 Euro liegt, waren die Wölfe nur an der Einnahme beteiligt. Dafür hatten sie aber den Termin diktiert, der wegen des fast gleichzeitigen 96-Spiels in Northeim allerdings unglücklich lag. In seinem Bestreben, Fans aus Südniedersachsen für den VfL zu werben, hätte man da etwas geschickter sein können. So waren denn auch nur 1180 Zuschauer im weiten Jahnstadion – im südniedersächsischen Zuschauer-Duell war Wolfsburg gegen 96 klar unterlegen.

Für die 05er war´s dagegen nochmal ein Highlight. Nach der sportlich wertlosen Oberliga-Rückrunde konnte sich das Team von Coach Jozo Brinkwerth gegen einen Bundesligisten gebührend verabschieden. Denn das für den 2. Juni geplante eigentlich letzte Spiel gegen Pleite-Klub Nordhorn kommt wohl nicht zustande. RSV-Teammanager Jan Steiger: „Wir warten da auf Nordhorns Anruf in den nächsten Tagen.“

Abschied für Kapitän Saciri

Brinkwerth begann mit seiner derzeit besten Elf, gab nach der Pause mehreren talentierten A-Jugendlichen eine Chance, sich gegen die Erstliga-Stars zu zeigen. „Die Planungen laufen für nächste Saison gut, die Leistungsträger bleiben zusammen“, verriet Steiger. Mit Blumen verabschiedet wurde gestern Erol Saciri, der nur noch unterklassig spielen will. Auch Jan Lehrke wird wohl gehen. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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