Verbandsliga: Hauer-Elf muss nach 2:3 gegen Weidenhausen weiter auf Heimsieg warten

Für FCS geht es gegen Abstieg

War überfordert: Schwalmstadts Rechtsverteidiger Alexander Dietz (links, gegen Tim Gonnermann). Foto: Hahn

Schwalmstadt. Zwölf Minuten waren gespielt, als ein Zuschauer zu seinem Sitznachbarn sagte: „Ich würde ja heimgehen, aber dann müsste ich die Straße kehren.“ Denn da war die Fußball-Verbandsligapartie zwischen dem Gastgeber 1. FC Schwalmstadt und Adler Weidenhausen praktisch entschieden, weil derGast bereits mit 3:0 in Führung lag.

„So einen katastrophalen Starte habe ich in meiner gesamten Karriere noch nie erlebt“, sagte ein konsternierter FCS-Trainer Harald Hauer. Dabei spielten die Adler aus Weidenhausen so, wie sie seit gefühlt 20 Jahren auswärts auftreten: Ein langer Ball wird aus dem Mittelfeld geschlagen, Stürmer Sören Gonnermann löst sich aus abseitsverdächtiger Position, bekommt von Rechtsverteidiger Alexander Dietz einen Schubser im Strafraum und den fälligen Elfmeter – 0:1 durch Jan Gerbig nach 120 Sekunden.

Nur 60 Sekunden der nächste Nackenschlag, wieder fühlte sich in der Schwälmer Hintermannschaft keiner zuständig für Torjäger Gonnermann, der im Strafraum recht unbedrängt abzog – 0:2. Auch beim 3:0 verteidigte der FCS wie ein Kreisligist. Erst lässt Gerbig einen Volleykracher los, dann verwertet Manuel Toro Moreno den Nachschuss im Strafraum. „Unfassbar“ fand FCS-Spielmacher Patrick Herpe die Fehler.

Sein Team war in der Anfangsviertelstunde gar nicht auf dem Platz, war in den Zweikämpfen weit weg von den Gegenspielern und ließ sich teilweise vorführen. Erst nach 15 Minuten bekam der Vizemeister aus dem Vorjahr etwas Zugriff auf das Spiel, aber viele Bälle versprangen oder wurden einfach ins Nirgendwo geschlagen. So läuft es nun mal im Abstiegskampf und darin befindet sich der FCS in dieser Saison.

„Es sind schon Mannschaften abgestiegen, die besser als wir waren“, sagte Herpe. Auch sein Trainer sah das Abstiegsgespenst bei den zuhause immer noch sieglosen Schwalmstädtern umherschwirren. „Wir hatten heute die beste Mannschaft seit Wochen auf dem Platz und verlieren trotzdem“, klagte Hauer, der in der zweiten Hälfte immerhin noch ein Abstaubertor von Andre Karl (63.) und einen schönen Freistoßtreffer von Herpe (70.) zu sehen bekam.

Der Anschlusstreffer sorgte zumindest bei den Zuschauern für ein wenig Hoffnung, von denen einer am Ende mit einer Niederlage im Gepäck doch noch die Straße kehren musste. • FCS: Nikocevic - Kutzner, F. Seck, Gerstung, Dietz (55. Lutz) - Brandner (64. Jäckel), Preuss - Cetinkaya (60. Lindenthal), Herpe, Wolf - Karl. Weidenhausen: Klotzsch - Beng, J. Gonnermann (66. Ogbonnaya), Hammer, Nguyen - Löffler, Toro Moreno - Kim (64. Ewald), T. Gonnermann, Gerbig - S. Gonnermann. Tore: 0:1 Gerbig (2./Foulelfmeter), 0:2 S. Gonnermann (3.), 0:3 Toro Moreno (12.), 1:3 Karl (63.), 2:3 Herpe (70.). SR: Becker (Grünberg) - Z. 100.

Von Daniel Schneider

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