Interview mit Cihan Timocin, der vor seiner Premiere als Bosporus-Trainer steht

„Jungs wieder aufbauen“

Konsequent: Bosporus-Innenverteidiger Otto Hofmannn (rechts) klärt vor dem heranstürmenden Rothwestener Abdullah Al Omari. Foto: Schachtschneider/nh

Kassel. Cihan Timocin ist der fünfte Cheftrainer innerhalb von 19 Monaten beim FC Bosporus – und schon der dritte nach dem Coup mit dem Aufstieg in die Fußball-Verbandsliga vor drei Monaten.

Im Interview äußert sich der 28-Jährige vor dem Heimspiel gegen den SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr, Nordstadtstadion) dazu, welchen Fußball er spielen lassen will und warum er die Tätigkeit angetreten hat.

Warum wechseln beim FC Bosporus so schnell die Trainer?

Timocin: Die Menschen bei Bosporus haben große Erwartungen. Wenn die Erfolge da sind, wird man in so einem Verein schnell hoch gefeiert. Umgekehrt kann es aber auch genauso schnell gehen.

Wie lange haben Sie gebraucht, um sich zu entscheiden?

Timocin: Ich habe mir einen Tag Bedenkzeit erbeten, aber die Entscheidung ist mir nicht schwer gefallen. Ich bin derzeit an der Leiste verletzt und muss im Dezember operiert werden. Jetzt als Trainer kann ich ganz nah an der Mannschaft dran und mit dem Fußball verbunden sein.

War die Anfrage für Sie überraschend?

Timocin: Ein bisschen schon, wobei ich schon mal ein Training bei Bosporus in der Zeit von Tuncay Aral geleitet hatte. Zudem trainiere ich auch noch parallel die U12 beim KSV Hessen Kassel. Einen Trainerjob bei den Senioren wollte ich sowieso irgendwann mal übernehmen, nur kam das jetzt früher als gedacht.

Wenn die Schambeinentzündung bei Ihnen auskuriert ist, werden Sie dann die Tätigkeit bei Bosporus als Spielertrainer angehen?

Timocin: Ich werde mich erst einmal nur auf den Trainerjob konzentrieren. Das Niveau in der Verbandsliga ist hoch, und ich bin noch kein erfahrener Trainer. Da würden zwei Sachen auf einmal – sich auf mich auf dem Feld und dann noch auf die Mannschaft zu konzentrieren – zu schwierig werden.

Was sind Ihre Ziele mit dem FC Bosporus?

Timocin: Ich möchte gern das Beste herausholen – sprich den Klassenerhalt schaffen. Wenn der Erfolg da ist, möchte ich aber gern definitiv weiter machen. Der Trainerjob macht mir Spaß. Ich möchte die Chance gern nutzen und Erfahrungen sammeln.

Was sind aktuell die Hauptbaustellen?

Timocin: Als Kollektiv müssen wir uns taktisch besser verhalten, vor allem in der Defensive. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ausdauer. Zudem muss der Spaß wieder zurückkommen. Nach vier Niederlagen war die Stimmung etwas gekippt. Da müssen wir die Jungs wieder aufbauen. Wir haben die zweiwöchige Pause ein bisschen wie eine Vorbereitung gesehen. Neuhof ist für uns gewissermaßen wie das erste Spiel.

Was wird gegen Neuhof entscheidend sein?

Timocin: Entscheidend wird sein, dass wir – falls wir in Rückstand geraten – nicht die Köpfe hängen lassen. Aus einer gut gestaffelten Defensive wollen wir Angriffe starten. Die Jungs sind gut vorbereitet.

Für welchen Fußball stehen Sie als Trainer?

Timocin: Ich möchte die Stärken der Mannschaft ausspielen. Und die Stärken bei Bosporus liegen klar im technischen Bereich. So lange wir den Ball haben, kann der Gegner keine Tore schießen. Ich möchte viel auf Ballbesitz spielen.

Wie ist Ihr Tipp gegen Neuhof?

Timocin: Mit einem 2:1 auf Kunstrasen werden wir die drei Punkte zu Hause behalten.

Von Sebastian A. Reichert

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