Verbandsliga: Sand hat leichtes Spiel bei gebeutelten Melsungern

1:6 ist nicht lustig

Mit letztem Einsatz: Sands Steffen Bräutigam (l.) klärt hier vor Melsungens Torschützen Tobias Frommann im Duell zweier Ex-Schwalmstädter. Foto: Kasiewicz

Melsungen. Noch ist den Fußballern des Melsunger FV der Humor nicht vergangen: „Ich habe den Jungs in der Pause gesagt, sie dürfen sich gern mal eine Gelbe abholen“, sagt Trainer Timo Rudolph. Da hatte sein Team binnen 17 Minuten vier Karten kassiert, sogar ein Tor geschossen und sich gesteigert. Was nichts daran änderte, dass der MFV im Nachholspiel der Verbandsliga eine 1:6 (0:4)-Packung gegen den SSV Sand kassierte.

Es war ein Rückschlag im Abstiegskampf. Mit Ansage. Denn als Ergänzung zu den zehn eingesetzten Feldspielern - laut Mittelfeldmann Alexander Schmidt nur zwei komplett fitte und beschwerdefreie Akteure darunter - standen lediglich Timo Rudolph und Paul Hoim zur Verfügung. Also der Coach, der angeschlagen nicht mitmischen sollte, und ein reaktivierter Routinier, der kaum trainiert, weil er seine Freizeit lieber seiner jungen Familie widmet.

Große Probleme hatten die Bartenwetzer im Zentrum. Sowohl in der Abwehr (Phillip Ruppert, Marc Wenderoth) als auch im Mittelfeld (Boris Bajic, Alexander Schmidt). „Da hat die Kommunikation nicht gepasst, es kamen keine Kommandos. Wir hatten leichte Ballverluste und dann hat’s geklingelt“, gab sich Schmidt selbstkritisch.

Folglich war es ein leichtes Spiel für die technisch versierten Gäste. Viktor Moskaltschuk (3.), Steffen Klitsch (21.) und Tobias Oliev im Doppelpack (31., 37.) sorgten für eine 4:0-Führung der Elf von Peter Wefringhaus. Dessen Halbzeitansprache fiel kurz aus: „Neben den zwei, drei Kleinigkeiten, die es immer gibt, habe ich nur gesagt, dass wir jetzt sehen müssen, dass wir die Spannung hoch halten“, erklärte der SSV-Trainer.

Und sah sich bestätigt, weil die Bartenwetzer stärker aus der Kabine kamen. Belohnt durch den Ehrentreffer von Tobias Frommann nach einem schönen Spielzug (51.). Mehr Zählbares gelang nicht, ehe es am Ende bitter wurde. Schiedsrichter Tobias Lecke gab einen zweifelhaften Strafstoß, den Steffen Bernhardt verwandelte (84.), und einen berechtigten Handelfmeter. Diese Chance ließ sich Oliev nicht entgehen und schraubte das Resultat in die Höhe (89.). Das fand auch Timo Rudolph nicht mehr lustig. • MFV: Beetz - Hermansa, Ruppert, Wenderoth, Zimmermann - Heinemann, A. Schmidt, Bajic, Michel - Frommann, Kilian. SSV: Schmeer - Wicke, Garwardt (46. Luckei), Bräutigam, Schäfer - Moskaltschuk, St. Bernhardt (88. Dzaferi), Kaczenski, Knigge - Oliev, Klitsch (60. Wagner). SR: Lecke (Bebra) - Z: 120. Tore: 0:1 Moskaltschuk (3.), 0:2 Klitsch (21.), 0:3 Oliev (31.), 0:4 Oliev (37.), 1:4 Frommann (51.), 1:5 St. Bernhardt (84., FE), 1:6 Oliev (89., HE).

Von Sebastian Schmidt

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