Verbandsliga: FCS fehlten beim 0:2 die Mittel - Tabellenführer Sand abgezockt

Nur Nikocevic glänzte

Rechtzeitig am Ball: FCS-Abwehrchef Jannis Lerch (rechts) kann in dieser Situation vor Daniel Wagner klären. Trotzdem war der SSV-Angreifer fast an jedem gefährlichen Konter seiner Mannschaft beteiligt. Foto: Hahn

Ziegenhain. Es gibt Versuchungen, denen kann ein Spieler bisweilen nicht widerstehen. Spieler und Trainer des 1. FC Schwalmstadt konnten es.

Sie hätten beim 0:2 (0:2) im Topspiel der Fußball-Verbandsliga gegen Tabellenführer SSV Sand ein umstrittenes Elfmetertor zum wegweisenden 0:1 klagend anführen können - sie taten es nicht. Sie hätten die große Hitze im Herbert Battenfeld Stadion bemühen können, die es natürlich besonders schwer macht, einem frühen Rückstand hinterher zu laufen - sie taten es nicht. Und sie hätten auf den verletzungsbedingten Ausfall fast ihrer gesamten Offensivabteilung verweisen können - sie taten es nicht.

Stattdessen stellte FCS-Coach Hauer kritisch fest, „dass wir letztlich zu wenig investiert haben.“ Jedenfalls nicht genug, um den vorausgegangenen 3:1-Coup in Bad Soden bestätigen zu können.

Gegner Sand war da, zumindest in puncto Entschlossenheit, aus anderem Holz geschnitzt. Den fragwürdigen Strafstoß - Fatih Celiksoy soll Pascal Itter regelwidrig am Torschuss gehindert haben - verwandelte Steffen Bernhardt eiskalt zur SSV-Führung (10.), während die Gastgeber danach die Köpfe hängen ließen. Und so Tobias Oliev nach einem Konter über Daniel Wagner das Nachlegen ermöglichten (22.). „Wir waren total abgezockt“, lobte Trainer Peter Wefringhaus seine Mannen.

Natürlich hatte die Schwälmer Personalnot im Angriff erfinderisch gemacht. Zunächst mit Jan Henrik Wolf als Sturmspitze und Kevin Kutzner als Zehner dahinter - doch derlei Notlösung fruchtete nicht. Weil es bereits im Aufbauspiel des FCS hakte, weil die kompakte Defensive des Gastes um den Ex-Schwalmstädter Steffen Bräutigam fast nichts zuließ. „Und“, wie Abwehrchef Jannis Lerch erklärte, „uns einfach das Durchsetzungsvermögen im Zweikampf fehlte.“

Des Schiedsrichters weitere fragwürdige Entscheidungen wie etwa die Rote Karte für Sefa Cetinkaya nach einem taktischen Foul (44.) waren angesichts eigener Schwächen kaum der Rede wert. Zu souverän brachte Sand den Vorsprung nach der Pause nach Hause. So wie es der holprige Platz, die hohen Temperaturen und ein angeschlagener Gegner erforderten.

Erst zogen die Gäste das Tempo an und stifteten damit neuerliche Verwirrung im FCS-Strafraum, wodurch Torwart Sacir Nikocevic in den Mittelpunkt rückte, als er gegen Lukas Knigge (67.) und André Wicke (74.) glänzend klärte. Dann im Verwaltungsmodus, der dem Gastgeber zwar mehr Ballbesitz, aber kaum Chancen bescherte.

Nur Aushilfsangreifer Kutzner strahlte mit zwei feinen Fernschüssen (79., 86.) etwas Gefährlichkeit aus. „Zu wenig, um dem Spitzenreiter wirklich Paroli zu bieten“, wusste Harald Hauer. Der will sich nun an die Aufarbeitung der neuerlichen Heimniederlage machen, statt dafür Entschuldigungen zu suchen. • Schwalmstadt: Nikocevic - Trümner, Seck, Lerch, März (40. Lutz/85. Mitchell) - Gerstung, Celiksoy - Cetinkaya, Kutzner, Klaus (46. Schwalm) - Wolf. Sand: Schmeer - Knigge, Garwardt, Amert, Bräutigam - Itter, Bernhardt, Klitsch (73. Guthof), Wippel (69. Wicke) - Oliev, Wagner (88. Ademi). SR: Kliebe (Kassel). Tore: 0:1 St. Bernhardt (10. FE), 0:2 Oliev (22.). Bes. Vork.: 44. Rote Karte für Itter (Sand) und Cetinkaya (Schwalmstadt).

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