Gruppenzweiter nach Niederlage in Rostow

Harte Brocken: Bayerns mögliche Achtelfinal-Gegner im Check

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Am Boden waren die Spieler des FC Bayern nach der Niederlage gegen Rostow. Jetzt treffen Lewandowski und Co. auf einen der sieben Gruppensieger. 

München - Der Anspruch des FC Bayern ist es, die Vorrundengruppe in der Champions League zu gewinnen. Das hat nicht geklappt. Im Achtelfinale geht‘s jetzt gegen einen der Erstplatzierten.

Nach der 2:3-Niederlage im vorletzten Champions-League-Gruppenspiel beim FK Rostow steht der FC Bayern hinter Atlético Madrid als Gruppenzweiter fest. Damit trifft die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti im Achtelfinale auf einen der sieben übrigen Gruppenersten. Wir stellen Ihnen die möglichen Gegner der Bayern vor.

Gruppe A: Paris St. Germain / FC Arsenal

Mesut Özil (r.) im Zweikampf Grzegorz Krychowiak von Paris St. Germain. 

Mit jeweils elf Punkten teilen sich der französische Abonnement-Meister und das Team um die deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Shkodran Mustafi Tabellenplatz 1 in der Gruppe A. Die beiden direkten Duelle in der Gruppenphase endeten jeweils unentschieden (1:1 und 2:2), die übrigen drei Partien gegen Ludogorez Rasgrad und den FC Basel konnten die beiden Kontrahenten um den Gruppensieg jeweils für sich entscheiden. 

Was die bisherige Bilanz angeht, so dürfte den Bayern der FC Arsenal besser liegen. In bisher zehn Aufeinandertreffen gingen die Münchner fünf Mal als Sieger vom Platz, Arsenal konnte lediglich drei Partien für sich entscheiden. In der Gruppenphase des vergangenen Jahres zog der FC Bayern in London mit 0:2 den Kürzeren, im Heimspiel schickten die Münchner das Team von Arsene Wenger mit 5:1 nach Hause. Deutlich schlechter liest sich die Bilanz gegen den Scheich-Klub aus Paris: Von sechs Spielen gegen Edinson Cavani, Angel di Maria und Co. konnte der Rekordmeister lediglich zwei gewinnen, viermal hagelte es Niederlagen. Allerdings zeigen sich die Franzosen in der heimischen Liga derzeit nicht so dominant, wie man das vielleicht erwarten könnte.  

Fazit: Beide Gegner sind stark besetzt, aber dennoch machbar. Der vermeintlich leichtere Gegner wäre aber wohl Paris.   

Gruppe B: Benfica Lissabon / SSC Neapel / Besiktas JK

Neapels Marek Hamsik beim Torjubel. 

In der Gruppe B entscheidet sich erst am letzten Spieltag, welche zwei Teams ins Achtelfinale einziehen. Benfica Lissabon und der SSC Neapel rangieren mit je acht Punkten auf einem geteilten ersten Rang, einen Punkt dahinter befindet sich der amtierende türkische Meister Besiktas Istanbul mit sieben Punkten in Lauerstellung. Die Türken sind als einziges Team der Gruppe bisher ungeschlagen, gegen die vermeintlich stärkste Mannschaft der Gruppe, den SSC Neapel, feierte der EX-Club von Nationalstürmer Mario Gomez einen 3:2-Sieg. Benfica unterlag bisher lediglich den Italienern. 

Auf dem Papier ist der SSC Neapel der unangenehmste Gegner für die Bayern, in vier Partien gegeneinander feierten beide Teams jeweils einen Sieg. Zumal die Mannschaft mit starken Offensivleuten wie José Callejón, Dries Mertens und Marek Hamsik gespickt ist. Deutlich besser liest sich die Bilanz gegen den portugiesischen Ex-Klub von Bayern-Youngster Renato Sanches: Acht Partien, fünf Siege, drei Unentschieden. Eine noch bessere Figur machten die Roten bislang gegen Besiktas. Zwei Spiele, sechs Punkte, lautet die bisherige Ausbeute. 

Fazit: Alle drei Gegner sind machbar, am stärksten ist der SSC Neapel einzuschätzen. 

Gruppe C: FC Barcelona

Barcas MSN-Sturm: (v.l.) Lionel Messi, Luis Suarez und Neymar.

Der wohl unangenehmste potenzielle Gegner. Die Katalanen stehen bereits einen Spieltag vor Schluss als Gruppensieger fest, lediglich Manchester City konnte die Mannschaft um Kapitän Lionel Messi und den deutschen Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen ärgern. Barca verfügt über die wohl weltweit am meisten gefürchtete Angriffsreihe, den MSN-Sturm: Messi, Luis Suarez und Neymar. 

Zwar spricht die bisherige Bilanz der Bayern gegen den amtierenden spanischen Meister für Ancelottis Mannschaft: Bei 10 Spielen stehen sechs Bayern-Siege zwei Niederlagen gegenüber. Für die derzeit schwächelnden Bayern käme Barca im Achtelfinale aber wohl mindestens eine Runde zu früh. 

Fazit: Wer sich gegen den sechsten der russischen Liga, FK Rostow, eine Niederlage und obendrein drei Gegentore einfängt, für den ist der FC Barcelona mit seiner überragenden Offensive momentan eine Nummer zu groß. 

Gruppe E: AS Monaco

Radamel Falcao ist Monacos Sturm-Star. 

Der Tabellenzweite der Ligue 1 ist ungeschlagen durch die Gruppe E marschiert, drei Siege und zwei Unentschieden lautet die Bilanz der Monegassen. Star des Teams ist der wiedererstarkte Stürmer Radamel Falcao, um ihn herum tummeln sich junge Talente wie Thomas Lemar, Kylian Mbappé und Tiemoué Bakayoko. 

Fazit: Der FC Bayern stellt die erfahrenere Mannschaft, gerade was internationale Auftritte angeht. Acht geben müssten David Alaba und Philipp Lahm auf die schnellen Außenbahnspieler der Monegassen. Trotzdem eine machbare Aufgabe. 

Gruppe F: Real Madrid

Toni Kroos ist der Ideengeber im Spiel von Real Madrid.

Der Gruppensieger in der Gruppe F wird erst am letzten Spieltag zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund ermittelt. Da die Schwarz-Gelben dem selben Verband angehören, wie der FC Bayern, können die beiden deutschen Mannschaften frühestens im Viertelfinale aufeinander treffen. Heißt: Zu einem Achtelfinal-Duell mit Real kann es überhaupt nur dann kommen, wenn die Mannschaft um Superstar Cristiano Ronaldo und den deutschen Nationalspieler Toni Kroos Dortmund im Heimspiel besiegt. 

Bisher hat Real Madrid drei Siege und zwei Unentschieden eingefahren und liegt mit elf Punkten zwei Zähler hinter dem BVB. Die Bilanz der Bayern gegen das Team von Trainer Zinedine Zidane fällt positiv zugunsten der Münchner aus: 22 Spiele, zwölf Siege, acht Niederlagen. Zuletzt schieden die Bayern 2014 im Halbfinale gegen Real, damals noch mit Ancelotti an der Seitenlinie, sang- und klanglos aus. 

Fazit: Zwar ist Real Madrid ein mit Weltklasse-Spielern gespicktes Team, die Leistung steht und fällt aber mit der Form von Ronaldo. Der ist nach seiner Verletzung derzeit aber noch nicht in Topverfassung. Nicht unmöglich, trotzdem ein schweres Los. 

Gruppe G: Leicester City

Riyad Mahrez hatte großen Anteil an Leicester Überraschungs-Meisterschaft in der vergangenen Saison. 

In der heimischen Premier League läuft es bislang überhaupt nicht für den Überraschungs-Meister des Vorjahres. Mit zwölf Punkten aus ebenso vielen Spielen steht Tabellenplatz 14 zu Buche. In der Königsklasse dagegen zeigen Riyad Mahrez und Jamie Vardy aber, warum Leicester City in der Vorsaison die Konkurrenz hinter sich ließ: Vier Siege und ein Unentschieden hat die Mannschaft von Trainer Claudio Ranieri eingefahren. 

Der FC Bayern und Leicester City haben bisher noch nicht gegeneinander gespielt. Große Mannschaften wie Manchester United, Manchester City und der FC Chelsea mussten vergangene Saison aber erfahren, wie unangenehm die Foxes werden können. 

Fazit: National flop, international top. Die Mannschaft von Nationaltorwart Ron-Robert Zieler und Ex-Schalke-Profi Christian Fuchs ist in dieser Saison eine Wundertüte. In der Champions League haben die Foxes allerdings nichts zu verlieren, was eine Mannschaft durchaus gefährlich macht. Trotzdem: Allein von der Qualität her sollten sich die Bayern durchsetzen. 

Gruppe H: Juventus Turin / FC Sevilla 

Rund 90 Millionen Euro ließ sich Juve die Dienste von Knipser Gonzalo Higuaín (l.) kosten. 

Den Sieg in Gruppe H machen der italienische Serienmeister aus Turin und der amtierende Europa-League-Sieger aus Sevilla unter sich aus. Juventus ist bei drei Siegen und zwei Remis noch ungeschlagen, Sevilla steht ebenfalls bei drei Siegen, hat aber am vergangenen Spieltag das direkte Duell mit 1:3 verloren. Für den Gruppensieg zählt also nur ein Dreier. 

Gegen den FC Sevilla mussten die Bayern bislang noch nie ran, gegen Juve spricht die Bilanz für den Rekordmeister: 10 Spiele, fünf Siege, drei Niederlagen. 

Fazit: Sevilla dürfte den Bayern besser liegen, da sie defensiv mit Sicherheit schwächer sind, als die Italiener. Juve hat sich zudem im Sommer mit 90-Millionen-Mann Gonzalo Higuaín verstärkt und verfügt auch sonst im Angriff über namhafte Optionen wie Ex-Bayern-Stürmer Mario Mandzukic und Shootingstar Paulo Dybala. Trotzdem: Solange die Bayern gegen Juve nicht in Rückstand geraten, sind die Italiener eine machbare Aufgabe. 

hb

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