Klubs streiten über Aufteilung

Alle Infos zur Bundesliga 2017 im TV: Neuer Sender, neue Zeiten

Frankfurt. Kaum sind die neuen Verträge über die TV-Übertragungen der Fußball-Bundesligen von 2017 bis 2021 unterschrieben, da geht der Streit schon los.

Wie sollen die 1,159 Milliarden Euro pro Saison gerecht unter den 36 Profiklubs aufgeteilt werden? Den Kunden indes interessiert vor allem eines: Was ändert sich für mich vor der Mattscheibe? Fragen und Antworten:

Wo kann ich ab 2017 Bundesliga-Spiele live sehen? 

572 von 612 Partien zeigt weiterhin Sky im Bezahlprogramm. Die übrigen 40 Spiele - 30 freitags (20.30 Uhr) und jeweils fünf sonntags (13.30) und montags (20.30) - überträgt ab 2017 Eurosport. Aber ebenfalls nur im bezahlten Kanal Eurosport 2. Der Sender kann – wie derzeit – nur über einen Decoder empfangen werden, wenn der Kunde ein Paket gekauft hat. Weitere kostenpflichtige Empfangswege gibt es in den Kabelnetzen und per Internet über den Eurosport-Player.

Wer kein Geld fürs Fußballgucken bezahlen will, kann ab 2017 drei statt zwei live im Free-TV verfolgen: Am 1., 17. und 18. Spieltag überträgt das ZDF das Freitagabendspiel.

Was wird aus ARD-Sportschau und ZDF-Sportstudio?

Sie bleiben, denn die öffentlich-rechtlichen Sender haben ihre Rechte behalten. Die ARD berichtet weiterhin in der Samstag-Sportschau über die Nachmittagsspiele und die Freitagpartie sowie am Sonntagabend über die Spiele des Tages. Das ZDF darf im Sportstudio als erster Sender vom Samstagabendspiel im Free-TV berichten.

Eurosport kommt hinzu, aber was ist zukünftig mit Sport1? 

Sport1 und seine Kunden sind die Verlierer des Rechtepokers. Denn der Sender muss die Liveberichte vom Zweitliga-Montagspiel an Sky abgegeben – Pay-TV also statt Free-TV. Auch die zusammenfassenden Zweitliga-Berichte freitzags und sonntags stehen auf der Kippe, weil bislang noch kein Mindestgebot einging.

Ändern sich durch den neuen TV-Vertrag die Bundesliga-Anstoßzeiten? 

Ja! Ab 2017 wird es fünf zusätzliche Sonntagspiele um 13.30 Uhr und fünf Montagspiele um 20.30 geben. Dies soll die Teams in der Europa League entlasten, die donnerstags international kicken. In der 2. Bundesliga gibt es künftig freitags nur noch zwei statt drei Spiele, samstags dann drei statt zwei. Spielt die Bundesliga am Montag, wird das Zweitligaspiel auf Samstag vorgezogen.

Können Sky-Kunden ihren Vertrag wegen des Verlusts des Freitagspiels kündigen? 

Wohl nicht. „Es müsste erhebliche Programmänderungen geben, damit eine Sonderkündigung gerechtfertigt ist“, erklärte Janine Hartmann von der Verbraucherzentrale Sachsen. Sie rät zur rechtlichen Prüfung des Vertrags.

Wie wichtig ist das Fußball-Paket für Sky? 

Elementar, denn der Fußball ist das wichtigste Produkt des zum Sky-Konzern in London gehörenden Senders. Er macht 1,8 Milliarden Euro Umsatz im Jahr, schreibt aber dennnoch rote Zahlen.

Wie wird derzeit das TV-Salär unter den 36 Profiklubs aufgeteilt? 

80 Prozent, also 502 Mio. Euro kassieren die Erstliga-Klubs, 125 Millionen das Unterhaus. Ligenintern wird dann das Geld nach sportlichem Abschneiden aufgeteilt, gemessen an Ligazugehörigkeit und Platzierungen in einer Fünfjahreswertung.

Und werden die insgesamt 4,64 Milliarden für die vier Jahre ab 2017 vergeben? 

Das ist die Frage, die schon länger und nun erst recht für Zwist sorgt. Im März hatten Hamburger SV, Hertha BSC, Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, 1. FC Köln und VfB Stuttgart das Team Marktwert gegründet. Sie wollen als drittes Kriterium den aktuellen Marktwert jedes Vereins berücksichtigt haben. So, wie es in allen europäischen Ligen üblich sei, wie Ingo Schiller als Finanzchef der Berliner erklärte.

Wer entscheidet wann über die Verteilung? 

Der Vorstand der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wird im August neu gewählt und dann das Projekt angehen. Geschäftsführer Christian Seifert mahnt eine ausgewogene Verteilung an, auch um Spannungb im Titelkämpf zu haben. Denn „Mit einem spannenden Abstiegskampf ist es für das Produkt Bundesliga auf dauer nicht getan.“

Rubriklistenbild: © dpa

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