Diagnose Thrombose - Fußballstar im Videointerview

Erleichtert ohne Rippe: BVB-Profi Neven Subotic in Kassel operiert

Seit März laboriert der Dortmunder Fußball-Profi Neven Subotic an einer Thrombose im Arm. Der Kasseler Gefäßchirurg Thomas Bürger entnahm ihm nun eine Rippe. Wir haben ihn besucht.

Es ist dann schon erstaunlich, welches Fazit Neven Subotic am Mittwoch von seinem Aufenthalt in Kassel zieht – einen Tag, bevor er wieder nach Hause zurückkehrt. In Kassel ist der Fußball-Profi von Borussia Dortmund operiert worden, die Ärzte haben ihm eine Rippe entfernt – Schmerzen inklusive. Er hat in den vergangenen zwei Wochen fast nur sein Einzelzimmer im Diakonissenkrankenhaus gesehen, aber er sagt: „Am Sonntag habe ich gehofft, dass erst Samstag ist, damit ich noch einen Tag mehr hier habe.“

Die Aussage hat einerseits mit seinem Engagement fernab des Fußballs zu tun: Der 27-Jährige betreibt eine Stiftung, die Projekte für Kinder in Not unterstützt. Mit dem Laptop kann er jederzeit die Geschicke lenken. Er war in den vergangenen Tagen so häufig online, dass er sich einmal sogar 30 Cent hat leihen müssen – für die Internetgebühren.

Arbeiten im Krankenzimmer: Neven Subotic als Patient im Diakonissenkrankenhaus.

Zum anderen ist Subotics Aussage als Lob zu verstehen: für die Ärzte und Pfleger in Kassel, die ihm den Weg geebnet haben für eine Zukunft als Leistungssportler. „Ich freue mich, dass ich mir jetzt keine Gedanken mehr machen muss. Schließlich habe ich ja hoffentlich noch 50 Prozent meiner Karriere vor mir.“ Es scheint, als gehe in Kassel Subotics Leidenszeit zu Ende, die im März begann.

Damals bemerkte er nach dem Krafttraining, dass sein Arm rot und blau wurde. Die Diagnose: Armvenenthrombose. In der Folge soll er auch eine Lungenembolie erlitten haben. Er bekam Medikamente, die Vene wurde geweitet. Subotic musste lange pausieren. Angeblich absolvierte er nach Wochen auf der Tribüne einen Medizincheck beim englischen Erstliga-Aufsteiger FC Middlesbrough, bei dem er durchfiel, weil er ohne Medikamente nicht auskommen würde.

Mit dem ICE zur OP

Subotic nennt das Spekulation. Fakt ist: Es wurde bald klar, dass er um eine Operation nicht umhinkommen würde, um seine Karriere nicht zu gefährden. Subotic wurde schließlich der Kasseler Spezialist Professor Dr. Thomas Bürger empfohlen, den er weltweit führend nennt in der Gefäßchirurgie. In der Tat taucht Bürger in Fachkreisen unter Deutschlands Top-Medizinern auf. Er hat Erfahrung, was die spezielle Operation mit der Entnahme einer Rippe angeht. Subotic vertraute sich ihm an. Positiver Nebeneffekt dabei: „Ich musste nicht irgendwo hinfliegen, sondern konnte einfach in den ICE steigen.“

Nach diversen Voruntersuchungen kam es vor knapp zwei Wochen zur zweistündigen Operation – mit dem Ziel, die Ursache der Thrombose und damit die Einengung der Vene zu beseitigen. Es ist alles nach Plan gelaufen. So spricht nichts dagegen, dass Subotic wieder vollständig genesen wird.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus gestern stehen nun noch Nachuntersuchungen und die Reha an. Aber dann – in acht bis zwölf Wochen – kann Subotic das Fußball-Training wieder bestreiten. Ob in Dortmund oder anderswo, darüber will er nichts sagen. Die Gerüchte halten sich aber, dass ein Wechsel nach England durchaus wahrscheinlich ist.

In der gedruckten Ausgabe am Freitag lesen Sie außerdem:

- Der etwas andere Profi: Neven Subotic engagiert sich sozial und gibt Politikern Kontra

- Hintergrund: Eine Thrombose im Arm

Rubriklistenbild: © Schachtschneider

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