Werder verlässt Abstiegsränge

Schnellcheck: Bremer siegen im Kellerduell 6:2 gegen Stuttgart

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Freude pur: Der Bremer Schlussmann Felix Wiedwald feierte mit seinem Team einen eminent wichtigen Sieg. 

Kassel. Durch einen 6:2 (3:1)-Sieg am Montagabend über den VfB Stuttgart sind die Chancen der Bundesliga-Fußballer von Werder Bremen auf den Klassenerhalt wieder deutlich gestiegen. Unser Schnellcheck.

Wie war das 15. Montagsspiel der Bundesliga-Geschichte?

Auch für neutrale Zuschauer ein echter Genuss: viel Tempo, viel Temperament und viele Tore. An einem Montag im März des Jahres 1964 verlor Bremen mal 0:2 in Stuttgart. Also die späte Revanche? Natürlich nicht. Aber im Abstiegskampf setzten die Bremer vor 41 000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion ein dickes Ausrufezeichen und verbesserten sich auf Rang 15 – vor den VfB.

Welchen Eindruck machten die arg gefährdeten Mannschaften in Hälfte eins?

Beide Teams hatten vor dem Kellerduell noch ein Kurztrainingslager absolviert – die Bremer im benachbarten Verden, die Stuttgarter auf Mallorca. Das Torschusstraining an der Aller scheint nicht schlechter zu sein als auf einer Mittelmeerinsel. Beleg gefällig? In der zehnten Minute bedient Claudio Pizarro in seinem 250. Pflichtspiel für Werder den schnellen Fin Bartels, und dieser schießt nach eleganter Ballmitnahme ins rechte untere Eck zum 1:0.

Nun waren die Schwaben gefordert und trafen in einer absoluten kurzweiligen und mitreißenden Partie gleich zweimal – erst durch Daniel Didavi (26.), dann durch Federico Barba 33.). Blöd nur: Der Italiener köpfte in den eigenen Kasten. Und der Defensivmann sah auch nicht gut aus, als der starke Levin Öztunali kurz darauf für die Platzherren gar auf 3:1 stellte (42.).

Wie ging es nach der Pause weiter?

Montagabend-Unterhaltung im TV ist? Genau, hart aber fair. Die Klubs schenkten sich auch nach dem Wechsel nichts. Da Barba ja aus dem ersten Durchgang wusste, in welches Tor er im zweiten Abschnitt treffen darf, beförderte er das Leder gleich mal in der 53. Minute gekonnt mit der Hacke zum 2:3 ins rechte Eck.

Es gab Chancen fast im Minutentakt– ein wahres Fest für Statistiker. Die Torhüter Felix Wiedwald (Werder) und Przemyslaw Tyton brauchten sich über mangelnde Arbeit in ihrem jeweiligen Strafraum nicht zu beklagen. Das 4:2 markierte Jubilar Pizarro auf Zuspiel von Zlatko Junuzovic (64.).

Danach ließen die Gäste aus Süddeutschland nichts unversucht und hatten auch einige vielversprechende Aktionen, unter anderem durch Alexandru Maxim. Doch es gab keine Wende mehr. Im Gegenteil: In der 82. Minute erzielte Bartels das vorentscheidende 5:2. Und wenn es läuft, dann läuft es richtig: 180 Sekunden vor Ende schlenzte Anthony Ujah das Spielgerät zum 6:2-Endstand in die gegnerischen Maschen.

Wie war die Stimmung im Weserstadion?

Schon etwas komisch, weil die Schwaben nahezu ohne Fan-Unterstützung auskommen mussten. Das Gros der eingefleischten VfB-Anhänger hatte wie angekündigt diesen ungewöhnlichen und umstrittenen Spieltermin boykottiert. Im Stadion selbst gab es zum Thema Montagsspiele nur vereinzelt Proteste. 41 000 Zuschauer rollten ihre Transparente ein und feierten das Team des Gastgebers.

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