"Champions League"-Mittwoch: Warum das ZDF Bayern statt Gladbach zeigt

Kassel. Schon am zweiten Spieltag der Gruppenphase in der Champions League gibt es aus deutscher Sicht am Mittwoch das, was die Freunde des Fußballs gern Festtag nennen.

Bayern München tritt ab 20.45 Uhr bei Atletico Madrid an, dem Finalisten der vergangenen Saison. Zeitgleich empfängt Borussia Mönchengladbach mit dem FC Barcelona den aktuellen spanischen Meister.

Zwei Top-Partien also, im frei empfangbaren Fernsehen ist aber nur das Bayern-Spiel zu sehen. Das übertragende ZDF setzt auf die Münchner statt auf die Mönchengladbacher, was vor allem bei den Anhängern der Borussia für einen gewissen Unmut sorgt. Schließlich steht eine der attraktivsten Begegnungen in der Vereinsgeschichte an. Live zu sehen sein wird sie aber nur beim Bezahlsender Sky. Die Rheinische Post fragt bereits: „Ist Gladbach zu schlecht für das ZDF?“

Der öffentlich-rechtliche Sender begründet die Entscheidung pro Bayern mit der Extra-Portion an Reiz, der von der Partie der Münchner ausgehe. Sie bringe zusätzlich den spannenden Moment der möglichen Revanche für das Halbfinal-Aus vor fünf Monaten mit sich, erklärt Thomas Hagedorn aus der Pressestelle der Mainzer.

Für das ZDF ergibt sich an einem solchen Tag wie heute ein luxuriöses Problem oder auch eine Qual der Wahl. Der Sender hat generell das Recht, sich pro Spieltag für eine der beiden Mittwochspartien mit deutscher Beteiligung zu entscheiden. Sollte nach der Gruppenphase nur noch ein Bundesligist im laufenden Wettbewerb vertreten sein, ist der Sender berechtigt, gegebenenfalls auch Dienstagsspiele mit deutscher Beteiligung zu übertragen.

Oft ergibt sich aus den Ansetzungen von ganz allein, welche Begegnung in Sachen Attraktivität vorn liegt. Diesmal nicht. Dass bei der Entscheidung des ZDF auch die Einschaltquoten der vergangenen Saison eine Rolle gespielt haben dürften, liegt zumindest nahe. Zweimal wurden Spiele der Bayern gezeigt, zweimal schauten mehr als acht Millionen zu, der Marktanteil lag jeweils zwischen 28 und 29 Prozent. Die beiden Gladbach-Spielen, die live im ZDF zu sehen waren, verfolgten jeweils nur etwas mehr als sechs Millionen Zuschauer - bei einem Marktanteil von etwas mehr als 20 Prozent.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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