Die Sensation ist perfekt

Darum ist Leicester City verdient Meister geworden

Grenzenloser Jubel: Die Kneipen in Leicester waren am Montagabend prall gefüllt. Als die Meisterschaft nach dem 2:2 zwischen Chelsea und Tottenham perfekt war, feierten die Fans. Foto: dpa

Leicester. Das Fußball-Wunder ist wahr geworden: Leicester City ist zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte Meister in England.

Und das mehr als überraschend - im Vorjahr entging der Klub dem Abstieg erst dank einer fulminanten Aufholjagd am Saisonende.

Nach dem 2:2 zwischen Chelsea und Tottenham am Montagabend sind die „Foxes“ rechnerisch nicht mehr einzuholen. Doch das war nur das I-Tüpfelchen. Die Meisterschaft verdient hat sich Leicester City selbst. Wir haben fünf Gründe dafür ausgemacht:

1. Ein eingeschworener Haufen: Gute Einzelspieler machen keine gute Mannschaft aus. Das hat die Saison in der englischen Premier League bewiesen. Ohne Stars wie Eden Hazard (Chelsea London) oder Kevin De Bruyne (Manchester City) hat es Leicester City geschafft, die beste Saison zu spielen. 22 Siege, elf Unentschieden und drei Niederlagen machen den Außenseiter bei noch zwei ausstehenden Spieltagen zum Meister.

2. Die richtige Mischung: Leicester hat sein Team clever zusammengestellt. Die zwei Shootingstars Jamie Vardy (29/22 Tore) und Riyad Mahrez (25/17 Tore) sorgten für spielerische Glanzlichter in der Offensive. Erfahrene Abwehrrecken wie Wes Morgan (30), Robert Huth (31) und Christian Fuchs (30) langten auch mal richtig zu und brachten defensive Stabilität.

3. Der erfahrene Trainer: Claudio Ranieri (65) ist längst ein alter Hase im Trainergeschäft. Er war schon bei vielen Spitzenteams in Europa unter Vertrag - zum Beispiel bei Chelsea und Juventus Turin. Seine Karriere mit der ersten Meisterschaft nach einigen Pokalsiegen hat er aber erst jetzt mit Leicester City gekrönt. Das passt irgendwie zu dem Fußball-Märchen.

4. Die Eigendynamik: Immer wieder haben Experten und die Verantwortlichen anderer Vereine einen Leistungseinbruch bei Leicester vorausgesagt. Doch der blieb aus. Die „Foxes“ zeigten sich unbeeindruckt, zogen ihr Ding durch und setzten ihren Siegeszug fort - viele knappe Erfolge sprechen für die nötige Coolness, den Druck nicht an sich ranzulassen.

5. Die schlechte Arbeit der anderen: Man muss an dieser Stelle auch hinterfragen, warum die finanzstarken Topklubs aus London und Manchester nur neidisch nach Leicester schielen. Chelsea beispielsweise hat einen Gesamtmarktwert von zirka 495 Millionen Euro. Der von Leicester beläuft sich auf 127 Millionen Euro. Oft verpulvern die Spitzenteams das Geld ohne langfristiges Konzept und kaufen einzelne Wunsch-Spieler zu Mondpreisen.

Wussten Sie schon, dass?

• nur zehn Minuten nach dem Titel für Leicester City am Montag auch der Weltmeistertitel im Snooker an Mark Selby aus Leicester gegangen ist?

• dass Buchmacher im März einige Wetten auf die Meisterschaft von Leicester zurückkaufen wollten? Ein Mann zum Beispiel hatte vor der Saison 50 Pfund (65 Euro) auf die „Foxes“ gesetzt und seinen Schein für 72 000 Pfund (93 000 Euro) verkauft. Bitter: Jetzt hätte er 250 000 Pfund (322 000 Euro) bekommen.

• Leicester-Spieler Christian Fuchs den Moment des Triumphs gefilmt und damit für einen Renner in den sozialen Netzwerken gesorgt hat? Hier ist das Video:

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